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Ideale von gestern

Das Zweite Vatikanische Konzil wird von Kirchenreformern gefeiert. Doch Enthusiasmus ist fehl am Platz. Ein Zwischenruf
von Christian Modehn vom 05.10.2012
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Die verriegelten Fenster wurden aufgestoßen, der Modergeruch der Inquisition wurde vertrieben, der Staub der Jahrhunderte hinweggefegt. Bilder, die heute »progressive Katholiken« faszinieren, wenn sie an das Zweite Vatikanische Konzil denken. Die Attacken reaktionärer Kreise, vor allem der Piusbrüder, stärken den Willen, das Konzil unbedingt als »Sprung vorwärts« (Papst Johannes XXIII.), als »Einschnitt und Wende« zu bewerten. Reformkatholiken verehren das Konzil wie eine Art Heiligtum. Tatsächlich hat die Bischofsversammlung mittelalterlich geprägten Katholizismus unterbrochen. Die bislang verteufelte Religionsfreiheit wurde anerkannt, vom Dialog war die Rede, von einer Öffnung zur Welt.

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