Ein starkes Duo
Immer wieder kommt es in dem gleichzeitig reichen und armen Nigeria zu blutigen Konflikten. Die Medien führen diese auf einen Religionsstreit zurück: als Kämpfe zwischen Muslimen und Christen. Gut, dass es da Menschen gibt wie den Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, und den Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama. Sie sind derzeit zu Besuch in Deutschland anlässlich des Weltmissionsmonats. Die beiden haben sich in ihrem Land zusammengetan, um die Konflikte zu entschärfen, die ursprünglich nicht religiöser, sondern politischer Natur sind. Zum Beispiel letzten November, als mehr als 700 Menschen getötet wurden und 28 000 ihr Zuhause verloren. Kurz zuvor hatten Wahlen stattgefunden. Die liefen vergleichsweise friedlich ab. Doch irgendjemand muss bei jeder Wahl verlieren. Politische Scharfmacher wissen dann genau, wie man Konflikte anheizt und für eigene Zwecke missbraucht. »Wenn du die Seele eines Nigerianers erreichen willst, dann nutze die Religion«, erklärt Erzbischof Kaigama. Die Leute knallen sich gegenseitig ab, wegen falsch verstandener religiöser Absolutheitsansprüche, wie zum Beispiel: »Jeder, der kein Christ ist, kommt in die Hölle.« Darum brennen nach einer umstrittenen Wahl nicht Parteibüros, sondern Häuser und Geschäfte, Moscheen und Kirchen. Der Emir und der Erzbischof treten in den Kampfgebieten vor die Menschen, um als Würdenträger und Vertreter ihrer Religionen zu beruhigen und zum Dialog zu bewegen – auch gegen starken Widerstand aus den eigenen Reihen.
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