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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2009
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Lehren aus einer Wahl, die für viele keine war
Der Inhalt:

Das Herz weit machen

von Lisa Laurenz vom 09.10.2009
Wertschätzung ist eine innere Haltung, in der ich mir selbst und anderen respektvoll begegne. Ich beziehe ein und grenze nicht aus

Der Schlüssel, das Leben als ein Ganzes zu betrachten, ist Wertschätzung. Wertschätzung für das Kind, für die Mutter, für das Heim, die Sippe, für alle Menschen. Wertschätzung für Tiere und Pflanzen, für das Wetter, die Sonne, den Mond, die Sterne, für Mutter Erde, und vor allem Wertschätzung für die große geistige Kraft, die hinter allem steht und Leben möglich und lohnend macht.«

Dieser Text, veröffentlicht auf einer Konferenz der nordamerikanischen Indianer, hängt seit zwanzig Jahren an der Pinnwand im Arbeitszimmer der Psychotherapeutin Henriette Petersen. Sie gehört zu den Menschen, die den Weg der Wertschätzung gehen.

Wertschätzung – in diesem Wort steckt die Bedeutung schon darin: Ich empfinde etwas als wertvoll und gebe zu erkennen, dass ich diesen Wert zu schätzen und zu würdigen weiß. Wertschätzung ist eine innere Haltung, in der ich mir selbst und anderen respektvoll begegne. Ich beziehe ein und grenze nicht aus. Ich erkenne die eigenen Bedürfnisse und auch die des anderen an. Wertschätzung ist weit mehr, als jemanden einfach nur zu loben oder freundliche Worte zu sagen. Für die Politikwissenschaftlerin und Kommunikationsberaterin Barbara Mettler-von Meibom, Autorin mehrerer Bücher über Wertschätzung, ist Wertschätzung eine Haltung des Herzens, die sich in ganz unterschiedlicher Weise äußern kann. »Wertschätzung kann sich äußern als Handeln, als Gefühl, als Wort, als Energie. Das wissen wir alle. Wenn jemand uns Anerkennung ausspricht, dann fühlen wir uns wertgeschätzt. Es kann aber auch ein Gefühl sein. Also wenn ich in einen Raum komme, der schön hergerichtet ist und mich willkommen heißt, weil die Menschen, die sich für diesen Raum verantwortlich fühlen, ihn vorbereitet haben für mich, dann fühle ich mich wertgeschätzt. Es kann aber auch eine Handlung sein. Also wenn ich erlebe, dass ein Mensch Unterstützung braucht, dann kann ich Wertschätzung durch Handeln zeigen, indem ich ihm das gebe, was er oder sie braucht. Die Facetten sind unendlich, und es ist mir sehr wichtig, dass wir es nicht beschränken auf Anerkennung im Sinne von Lob, sondern es ist sehr, sehr viel mehr.«

In der Psychologie gilt Wertschätzung als ein seelisches Grundbedürfnis. Vergleichbar den körperlichen Grundbedürfnissen wie Trinken, Essen und Atmen. Wertschätzung ist so etwas wie Nahrung für die Seele. Wir Menschen haben ein tiefes natürliches Bedürfnis, geliebt und anerkannt zu w

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