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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2019
Vision einer neuen Kirche
Von Maria 2.0 zur ersten Päpstin
Der Inhalt:

Aufgefallen: Inspiriert von Greta

von Ulrike Scheffer vom 20.09.2019
Die Studentin Nakabuye Hilda Flavia organisiert Klimastreiks in Uganda

Vom Klimawandel hörte Nakabuye Hilda Flavia zum ersten Mal, als sie ihre Heimatregion am Victoriasee verließ, um in Ugandas Hauptstadt Kampala zu studieren. Das war vor zwei Jahren. Daheim auf dem Land hatte sie weder ein Smartphone besessen noch einen Computer. Auf einer Konferenz einer studentischen Umweltorganisation an der Uni begriff sie plötzlich, warum auch in Uganda die Temperaturen steigen, die Böden austrocknen und dann wieder nach sintflutartigen Regenfällen Erdrutsche oder Schlammlawinen viele Menschen in den Tod reißen. »Ich fühlte mich schlecht, beschloss aber gleichzeitig, eine Führungsrolle bei der Lösung der Probleme zu spielen«, schreibt die heute 22-Jährige auf ihrem Internet-Blog. Als ältestes von neun Kindern sei sie schließlich früh daran gewöhnt gewesen, Verantwortung zu übernehmen.

Nakabuye startete Kampagnen gegen die Abholzung von Wäldern in Uganda. Dem Beispiel Greta Thunbergs folgend boykottiert die Studentin seit Anfang 2019 außerdem jeden Freitag ihre Wirtschaftsvorlesungen und stellt sich mit einem selbstgebastelten Schild auf die Straße, das auf die Klimakatastrophe aufmerksam macht. »Rettet unseren Planeten, rettet unsere Zukunft, lasst Mutter Afrika grün«, steht darauf.

Greta Thunberg hatte sie auf einem Foto in dem Kurznachrichtendienst Twitter entdeckt. »Sie ist meine Inspirationsquelle und meine tägliche Motivation«, sagt Nakabuye. In Uganda beteiligen sich bisher zwar nur wenige Schüler und Studenten am Klimastreik – 180 waren es an einem international ausgerufenen Streiktag Ende März. In den sozialen Netzwerken folgen Nakabuye aber immerhin schon rund 2000 Menschen.

Weil der Klimawandel in Uganda noch kaum thematisiert wird, besucht die junge Afrikanerin Schulen und Dorfveranstaltungen. Auch in ihrer Gemeinde spricht die Katholikin die Klimakrise an. Der Sprecherin des Parlaments legten Nakabuye und einige Mitstreiter einen Forderungskatalog vor. So soll der Import alter Autos aus Europa verboten werden und Klimawandel als Unterrichtsfach eingeführt werden. Präsident Yoveri Museveni ignoriert das allerdings beharrlich. Dabei sind die Folgen der Klimakrise in Uganda spürbar. In ihrem Blog berichtet Nakabuye von einem Besuch bei ihrem Vater, der westlich vom Victoriasee als Landwirt lebt. Die Äcker seien vertrocknet gewesen, die Kühe verschwunden. »Wir mussten unsere Lebensmittel auf einem Markt einkaufen, was noch nie zuvor v

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