Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Vieles bleibt im Dunkeln

Was die Studie zum Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche zeigt

Klarheit und Transparenz wollten die katholischen Bischöfe herstellen und die von ihnen in Auftrag gegebene Studie über sexualisierte Gewalt von Klerikern gegenüber Kindern und Jugendlichen während ihrer Vollversammlung am 25. September präsentieren. Beides ist gescheitert.

Zum einen wurde die Studie »Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz« vorab der Zeit und dem Spiegel zugespielt, die sie am 12. September in Auszügen veröffentlichten. Zum anderen hatten die Forscher keinen unmittelbaren Zugang zu den Personalakten in den Archiven, sondern durften nur mit Akten arbeiten, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden. Die Bereitschaft dazu soll in den Bistümern sehr unterschiedlich gewesen sein. Offensichtlich wurden belastete Personalakten aus den untersuchten Jahren zwischen 1946 und 1994 vernichtet oder manipuliert. »Die Studie hat ein Glaubwürdigkeitsproblem«, urteilt deshalb der Jesuit Klaus Mertes.

Trotz dieser strukturellen Defizite hat es die Studie in sich. Und die Forscher schonen ihren Auftraggeber nicht mit den Fakten und deren Deutungen. Sie stießen auf 1670 Kleriker, deren Vergehen in den Personalakten der Bistümer dokumentiert waren. Von ihnen waren 1429 Diözesanpriester, 159 Ordensmänner und 24 hauptamtliche Diakone. Bei den meisten gab es nur auf einen Übergriff Hinweise. Doch bei 96 Serientätern seien jeweils mehr als hundert Übergriffe belegt, berichtet die Zeit. Mindestens 3677 Kinder und minderjährige Jugendliche wurden den erforschten Akten zufolge Opfer sexualisierter Gewalt. Deutlich mehr als die Hälfte sind männlich, kna