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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Unkraut jäten und Theater spielen

von Andrea Döring vom 21.09.2018
Die »Joblinge« helfen jungen Menschen, einen Ausbildungsplatz zu finden

Fünf Jahre lang suchte Adriana Brosius nach dem Hauptschulabschluss einen Job. Vergeblich. Doch nun hat die 22-Jährige eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau begonnen. Ein Programm der gemeinnützigen Aktiengesellschaft Joblinge half ihr dabei. »Unkraut jäten, Bäume umpflanzen und Tische schleifen musste ich«, erzählt Adriana Brosius von ihren ersten praktischen Aufgaben bei den Joblingen in Ludwigshafen.

Die Joblinge unterstützen arbeitslose junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Das Programm dauert in der Regel sechs Monate, kommen Deutschkurse dazu auch länger. An mehr als dreißig Standorten hat es sich schon bewährt. In Kooperation mit den Jobcentern, ortsansässigen Unternehmen und ehrenamtlichen Mentoren betreuen die Joblinge in Ludwigshafen aktuell sechzig Jugendliche. Die Vermittlungsquote beträgt 85 Prozent.

»Es sind Jugendliche jeder Herkunft, die es aus eigener Kraft nicht geschafft haben, aber willig sind«, erklärt Lavan Sabir. Sie ist eine von fünf hauptamtlichen Mitarbeitern in Ludwigshafen und verantwortlich für die Joblinge in der Region Rhein-Neckar. Den Erstkontakt stellen die Fallmanager im Jobcenter her. Das Programm, das die jungen Leute erwartet, ist stramm: »Wir applaudieren nicht, nur weil jemand durch die Tür kommt«, erläutert Sabir. Adriana Brosius leistete als Erstes gemeinnützige Arbeit im Park eines Ludwigshafener Museums. Beim Unkraut jäten bewies sie, dass sie wirklich motiviert ist, etwas zu tun und sie erkannte: »Etwas Gutes für andere zu tun, kann einen selber glücklich machen.«

In der folgenden Orientierungsphase hat die junge Frau zahlreiche Betriebe und Berufe kennengelernt, dabei auch ihren Ausbildungsberuf gefunden und geübt, wie man sich erfolgreich bewirbt. Mit ihrer ehrenamtlichen Mentorin, die als Buchhalterin beim Landmaschinen-Hersteller John Deere arbeitet, traf sie sich in dieser Zeit einmal in der Woche. Hinzu kommen Kultur- und Sportprogramme. »Bei Modernem Tanz oder Percussion sollen die Teilnehmer lernen, etwas anzugehen, auch wenn es ihnen fremd ist«, erläutert Sabir. Brosius erinnert sich: »Ich habe im Museum eine Gipsmaske gemacht und in einem Theaterstück mitgespielt«. In der abschließenden Praxisphase sammelte sie erste Erfahrungen im Einzelhandel bei Penny, Dehner und in einer Metzgerei

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