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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:

Wozu noch Konfessionen?

von Michael Schrom vom 23.09.2016

Einfache Fragen sind schwer zu beantworten. Das weiß jeder, der Kinder hat. Unser Sohn wollte beispielsweise nach seiner ersten Religionsstunde wissen, was Konfessionen sind. Schließlich wurde seine Klasse deswegen geteilt. Was sagt man darauf?

Die ausweichende Antwort, die Eltern parat haben – »das verstehst du jetzt noch nicht« –, verbietet sich. Denn selbst als Erwachsener tut man sich mit einer Definition schwer. Noch schwerer die Anschlussfrage: Wozu braucht man Konfessionen heute noch? Also möglichst niedrig hängen, nach dem Motto: völlig unwichtig? Doch wie dann erklären, dass Klassen geteilt werden? Oder dass es nächstes Jahr einen extra Feiertag gibt, weil vor 500 Jahren eine neue Konfession entstanden ist?

Im Vorfeld des Luther-Jubiläums haben ökumenische Einrichtungen wie Burg Rothenfels oder die Eugen Biser Stiftung auf Tagungen die K-Frage aufgegriffen. Der Regensburger Kirchenhistoriker Klaus Unterburger definiert Konfessionen als »eine Mehrzahl christlicher Glaubensbekenntnisse, die sich in gegenseitiger Abgrenzung definierten, weil sie sich nicht verdrängen oder eliminieren konnten«. Außerdem gehörten sie zur »bewussten Identität ihrer Anhänger«. Der Tübinger Theologe Andreas Holzem spricht gar von der »Erfindung der Konfessionen«.

Die Bilder »Das Schiff der Kirche« von Jacob Gerritzs (1640) und das »Windsheimer Konfessionsbild« von Andreas Herneisen (1601) illustrieren, was gemeint ist: Gerritzs malt die katholische Kirche als Kriegsschiff mit dem Gekreuzigten als Mast, angetrieben vom Heiligen Geist und verteidigt von den Kirchenvätern. Sie wehren mit Kanonen die Attacken der Häretiker ab, die im trüben Wasser vergeblich versuchen, das Schiff zu entern. Calvin mit Gewehr wird als besonders gefährlich eingestuft. Aus dem Bild spricht ungetrübtes katholisch-hierarchisches Selbstverständnis: Das Kirchenschiff ist der unzerstörbare Mittelpunkt der Welt und verwaltet Gottes Gnade. Wer an Bord ist, gehört zur Heilsgemeinschaft. Wer das Schiff zerstören will, scheitert.

Das »Windsheimer Konfessionsbild« zeigt dagegen die evangelische Kirche als soziales Geschehen und ist nicht minder selbstbewusst: Kaiser Karl V. empfängt die lutherischen Bekenntnisschriften. Eine ordentliche Liturgie sorgt für (Heils-)Sicherheit. Bildung wird großgeschrieben. Daraus spricht evangel

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