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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2015
Der große Auszug
Kirchenaustritte: Was jetzt auf dem Spiel steht
Der Inhalt:

Ohne Happy End

von Esther Lehnardt vom 25.09.2015
Die Fernsehserie Game of Thrones begeistert weltweit Millionen junger Zuschauer und knackt einen Weltrekord

Drachen, Intrigen, Verführungen und Kriege: Die amerikanische Fernsehserie Game of Thrones begeistert Millionen junger Menschen. Nun hat sie es sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Die zweite Folge der fünften Staffel wurde in 173 Ländern gleichzeitig ausgestrahlt. Das ist umso beeindruckender, wenn man weiß, dass es nur etwa 200 Staaten auf der Welt gibt. Mit zwölf Emmys in diesem Jahr hält die Serie nun auch noch den Rekord für die meisten Auszeichnungen des amerikanischen Fernsehpreises. Doch worin liegt die Faszination der Serie?

Fans der Fantasywelt, die auf der Romanreihe »Das Lied von Eis und Feuer« des amerikanischen Schriftstellers George R. R. Martin beruht, loben die aufwendige und detailreiche Umsetzung. Im Königreich »Westeros« gibt es Burgen, denen man kaum ansieht, dass sie auf dem Computer entworfen wurden, und riesige Grenzmauern aus schimmerndem Eis.

Regiert wird das Land von König Robert Baratheon und seiner wunderschönen, aber hinterlistigen Königin Cercei Lennister. Diese liebt eigentlich ihren Zwillingsbruder Jamie. Ihr kleinwüchsiger Bruder Tyrion, von allen nur der Gnom genannt, versucht die Intrigen seiner arroganten Geschwister zu durchkreuzen. Im kalten Norden – weitab von jedem politischen Ränkespiel – lebt der Protagonist der ersten von bis jetzt fünf Staffeln, der edle Lord Eddard Stark, mit seiner Familie.

An Shakespeares Königsdramen erinnert nicht nur die unübersichtliche Fülle von Charakteren, die Serie schreckt auch nicht davor zurück, menschliche Abgründe detailliert zu zeigen. Der Inzest zwischen der Königin und ihrem Bruder ist da nur der Anfang. Es gibt den sadistischen Thronfolger oder Kampfszenen, in denen Schädel zerquetscht werden. Während Kritikern diese Brutalität aufstößt, empfinden die meist jüngeren Fans solche Gewaltdarstellungen als genretypisch für gute Fantasyserien. Und schließlich lässt schon Shakespeare seine Protagonisten auf der Bühne meucheln, und Sophokles zwingt seinen tragischen Helden Ödipus, sich die Augen auszustechen. Zum Reiz der Serie trägt bei, dass die Personen komplex und oft widersprüchlich gezeichnet sind. Häufig bleibt unklar, ob ein Charakter tatsächlich böse ist.

Konsequenterweise verlaufen auch die Handlungsstränge nicht geradlinig. Während der Held in Fantasyserien üblicherweise nach einigen Hinderni

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