Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2013
Die Ware Frau
Soll man Prostitution verbieten?
Der Inhalt:

Skipp war einer von ihnen

von Arndt Peltner vom 27.09.2013
Statt Drogen bietet er jetzt Jobs an. Los Angeles hat den zweifelhaften Ruf, die Gang-Hauptstadt der Welt zu sein. Doch seit einiger Zeit sollen neue Programme die Gewalt stoppen

Los Angeles – die Fakten sprechen für sich. In der Stadt Los Angeles (LA) schätzt man die Zahl der Gang-Mitglieder auf 40 000. In LA County auf über 100 000. Los Angeles hat den zweifelhaften Ruf, die Gang-Hauptstadt der Welt zu sein. Nirgendwo sonst sind so viele Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder in Banden organisiert. Ganze Familien sind seit Generationen Mitglied in einer Gang. Los Angeles hat ein Problem. Doch niemand hier träumt auch nur davon, eines Tages in einer Stadt ohne Gangs zu leben.

Vor zwanzig Jahren erreichte die Gewalt auf den Straßen von Los Angeles den Höhepunkt. Weit über tausend Morde wurden Jahr für Jahr verbucht. Doch erst 2005, nach der Wahl von Antonio Villaraigosa zum Bürgermeister der kalifornischen Millionenmetropole, wurde die Bekämpfung der Gang-Gewalt auf den Straßen von LA als Priorität im Rathaus eingestuft. Villaraigosa war offen für einen neuen Ansatz, der Gewalt als »Public Health Issue«, als eine Frage des öffentlichen Gesundheitswesens, einstuft. Billie Weiss ist eigentlich Epidemiologin an der Universität von LA. Doch nach jahrelangem Zahlengeschiebe und statistischen Auswertungen gründete sie aus gutem Grund die Gewaltpräventionskoalition im Großraum Los Angeles. »Gewalt ist in Los Angeles der Haupttodesgrund für 44-Jährige und Jüngere. Es gibt also mehr unter 44-jährige Opfer von Gewalt als Opfer von Aids oder HIV oder Krebs oder Herzerkrankungen. Wir haben sogar mehr Wirbelsäulenverletzungen durch Schusswaffengebrauch als durch Autounfälle. Also müssen wir es so einstufen wie jede andere Epidemie.«

Der Bürgermeister hörte der kleinen und zerbrechlich wirkenden Frau zu, als sie vorstellig wurde, und machte die Gewaltbekämpfung in Los Angeles zur Chefsache. Ein neuer Referatsposten wurde geschaffen.

Guiellermo Cesperdes sitzt in seinem Büro im 22. Stockwerk des Rathauses und kaut auf einem Sandwich, nimmt immer mal wieder einen Schluck aus seiner Sodadose und hört dem deutschen Reporter zu. Cesperdes ist der Stellvertretende Bürgermeister und zuständig für Gang-Reduzierung und Jugendentwicklung, kurz GRYD genannt. Unter diesem Namen werden nun die Gang-Präventions- und Interventionsmaßnahmen in Los Angeles zusammengefasst. Von hier oben überblickt Cesperdes die nie schlafende Stadt. An den seltenen klaren Tagen kann man fast das Meer in der Ferne erahnen. Dazwischen liegen South Central, Compton, Venice. Nur drei de

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen