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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Waren aus besetztem Land

vom 21.09.2012

Zu: »Jüdische Siedler boykottieren?« (16/12)

Die Argumentation von Pfarrer Münnich läuft auf eine Akzeptanz der israelischen Besatzung des Westjordanlandes hinaus. Wir kommen einem Frieden zwischen Israel und Palästina nicht dadurch näher, dass wir die mit dem Völkerrecht unvereinbare Besatzungs- und Siedlungspolitik Israels unterstützen. Das Unrecht der Besatzung wird nicht dadurch legitimiert, dass viele Palästinenser, der wirtschaftlichen Not gehorchend, für die israelischen Besatzer arbeiten. Höchst unangebracht ist die Aussage, der Boykottaufruf von Pax Christi diene den Strategen der Feindschaft, das Westjordanland »judenrein« zu machen. Hiermit werden die Realitäten vor Ort auf den Kopf gestellt, denn es ist schließlich die israelische Regierung, die durch ihre Politik der Landnahme und der Repression zahlreiche Palästinenser zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Diese Aussage mutet zudem wie purer Hohn an, wenn man sich vor Augen führt, dass die arabischen Bürger Ostjerusalems einem starken Druck ausgesetzt sind, ihre Stadt zu verlassen und Agitatoren der israelischen Siedlerbewegung, unter ihnen leider auch Rabbiner, offen für ein »araberfreies« Jerusalem eintreten.

HelmutKrings, Achern

Schade, Frau Rösch-Metzler hätte für ihre Position einen besseren Widerpart verdient. Denn der Beitrag von Ricklef Münnich ist einfach nicht ernst zu nehmen! Da weist die Aktion darauf hin, dass Israel seit Jahrzehnten Palästina völkerrechtswidrig besetzt hält und entgegen den Bestimmungen der EU Exportwaren falsch deklariert. Es ist schlimm genug, dass die Völkergemeinschaft das Unrecht duldet; aber eine Gruppe, die das Unrecht Unrecht nennt, »rechthaberisch« zu nennen, ist schon ziemlich quer, auch dreist. In der Argumentation das Beispiel mit den Datteln zu bringen ist geradezu gemein. Da müssen viele Palästinenser Arbeit suchen, wo sie sie finden, weil die Wirtschaft in Palästina von Israel systematisch kleingehalten wird, und der Verfasser sieht das offenbar als einen Weg zur Problemlösung an. Glaubt Herr Münnich wirklich, dass Friede in Palästina/Israel wachsen kann »im Zusammenleben und in Verhandlungen«? Verhandlungen sind gut zwischen gleichen Parteien. Die Parteien in Palästina/Israel sind nicht vergleichbar. Israel ist der rechtsbrechende Besatzer, Palästina ist der schwache Besetzte. Besonders abstrus ist der letzte Absatz: Da wir

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