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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2011
Ingenieure des Lebens
Wohin führt die Synthetische Biologie?
Der Inhalt:

Das globale Leiden

von Norbert Copray vom 20.09.2011
Noch immer kein Fortschritt für Milliarden Menschen

Karl-Albrecht Immel/Klaus Tränkle

Aktenzeichen Armut Globalisierung in Texten und Grafiken. Peter Hammer. 204 Seiten. 19,90 €

Das Zweischneidige am gängigen Wachstumsstreben ist: Es macht Wohlhabende reicher und Arme ärmer. Dieses Fazit muss ziehen, wer sich die globale Lage der Menschen und der Gesellschaften anschaut. Und für jede einzelne Gesellschaft kann dieser Prozess noch einmal bestätigt werden.

Acht Millenniumsziele hat die UN-Vollversammlung im Jahr 2000 für die nächsten 15 Jahre verabschiedet. Darunter das Ziel, Armut und Hunger zu halbieren. Die anderen Ziele lauten: Grundschule für alle, Gleichberechtigung der Geschlechter, Kindersterblichkeit drastisch vermindern, die Gesundheit der Mütter verbessern, Aids und andere schwere Krankheiten bekämpfen, den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sicherstellen und eine globale Entwicklungspartnerschaft aufbauen.

Der versierte entwicklungspolitische Journalist Karl-Albrecht Immel, heute Redaktionsleiter beim SWR, und der selbstständige Grafikdesigner Klaus Tränkle zeigen im wahrsten Sinne des Wortes in ihrem Buch, wie es derzeit um die Verwirklichung der Millenniumsziele steht; wie sehr das Gesicht der Welt für Milliarden von Menschen von Armut, Not, Krankheit und Rechtlosigkeit geprägt ist. Durch die Korrespondenz von aussagestarkem Text und farbiger Grafik werden die Themen sehr gut aufbereitet und mit neuestem Zahlenmaterial belegt. Dabei wird sichtbar, wie durch einen flexiblen Umgang mit statistischen Werten und ihren Deutungen etwa durch die Weltbank der Anteil der armen Bevölkerung auf einen Schlag heruntergerechnet werden kann. Entscheidend ist nämlich nicht, wie viele Menschen von einem Dollar pro Tag leben müssen, sondern, wie viel von einem Kaufkraftdollar übrig bleibt, wenn man die besonderen Umstände wie Inflation, Warenzugänglichkeit und Warenqualität berücksichtigt.

Einem solchen Gedanken folgt die Messung der Armut durch einen multidimensionalen Armutsindex (MPI), der Bildung, Gesundheitszustand und Lebensstandard umfasst und an der Universität Oxford entwickelt wurde. Er gilt als sehr robuster Index. Danach gibt es 1,7 Milliarden arme Menschen. Es geht dabei nicht nur um den Hunger, sondern auch um Umwelt, Gesundheit, Bildung, Rüstung, Menschenrechte, Finanzströme und Schulden.

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