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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrte Familie Linsenmeier,

zur Testamentseröffnung des verstorbenen Gustav Linsenmeier lade ich Sie hiermit höflich ein, sie findet am Dienstag um zehn Uhr in meinem Notariat statt.

Bitte erlauben Sie mir, einige Details vorher zu klären. Außer einer Überraschungsei-Figurensammlung mit 576 Exponaten und einem Paradesäbel aus dem Ersten Weltkrieg ist als wertvolle Erbmasse vor allem das Facebook-Konto des Verstorbenen von Bedeutung. Dessen Daten sollen unter allen Erben gleichberechtigt aufgeteilt werden.

Da der Umgang mit Daten auf Facebook-Accounts sehr brisant ist, möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen, wie wir diese zu einer möglichst großen Erbmasse machen. Vorab möchte ich Sie darüber informieren, dass sich darunter auch ein pikanter Chat des Verstorbenen mit einer gewissen Klara Imhof befindet, der als Einzelposition für die Ehegattin des Verstorbenen sicher von großem Interesse ist. Ich bin als Notar zu Diskretion verpflichtet. Wenn die Ehegattin mir aber vorab ein Angebot zukommen lässt, das die Erbmasse signifikant erhöht, wird der Datensatz nur ihr zugehen.

Im Übrigen würde ich zu einer Versteigerung des Facebook-Kontos raten, wie er inzwischen gelegentlich praktiziert wird. So würde ich für die 1214 Facebook-Freunde von Herrn Linsenmeier Gebote einholen. Erfahrungsgemäß sind die Erträge sehr unterschiedlich – je nachdem, ob die Erben Wert darauf legen, diese Freunde auf ihren Facebook-Accounts zu haben.

Zwei Facebook-Einträge sind jedoch Erfolg versprechend. Eine persönliche, wenn auch kurze Nachricht von Helene Fischer mit drei Wörtern sowie ein Herzposterl von den Wildecker Herzbuben mit einem Kussabdruck könnten viel bringen.

Des W