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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 07.09.2018

Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik, hat bei einem Versöhnungsgottesdienst in Berlin dem Vertreter der namibischen Botschaft Gebeine von Herero und Nama übergeben, die in der Kolonialzeit außer Landes gebracht wurden. Dabei entschuldigte sie sich für die Verbrechen der Kolonialtruppen im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Deren Vorgehen würde man heute als Völkermord bezeichnen (ausführlicher Bericht im nächsten Heft).

Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland (Efid), fordert die Streichung des Paragrafen 219a, wonach Werbung für Abtreibung verboten ist. Der Paragraf sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, er schränke das Selbstbestimmungsrecht und die freie Arztwahl ein. Ihr widerspricht Maria Flachsbarth, Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Eine Abtreibung sei keine normale ärztliche Leistung, die beworben werden sollte.

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kritisiert die verschärften staatlichen Regelungen zum Kirchenasyl. Sie würden den Gemeinden Aufgaben aufbürden, die sie nur schwer umsetzen können. Viele Christen hätten den Eindruck, dass »ihr Hilfehandeln immer stärker auf einen Verwaltungsakt reduziert wird.« Das Kirchenasyl sei aber zunächst »eine christliche Tat der Nächstenliebe«. In Rheinland-Pfalz eskaliert derweil ein Streit um das Kirchenasyl. Die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach hat in neun Fällen Strafanzeigen gegen Verantwortliche aus Gemeinden gestellt, die Kirchenasyl gewähren. Auch die aufgenommenen Flüchtlinge seien wegen illegalen Aufenthalts angezeigt worden.

Anne Barre, Klimaexpertin bei der französischen Frauenrechtsorganisation WECF, weist darauf hin, dass der Klimawandel Frauen stärker belaste als Männer. Wenn Brunnen austrocknen, müssten Frauen weiter laufen, um Wasser für ihre Familien zu holen. Wenn Gebiete wegen Trockenheit unbewohnbar werden, zögen Männer oft in die Städte, während Mütter und Kinder zurüc

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