Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2015
Höchste Zeit
Klimakrise: Die Politik, der Papst und die Menschheit. Worauf es jetzt ankommt
Der Inhalt:

Worauf es jetzt ankommt

von Wolfgang Kessler, Michael Schrom vom 11.09.2015
Ein klimagerechtes Wirtschaften und Leben setzt fünf grundlegende Veränderungen voraus

Innovation

Kein Zweifel, ohne technologische Innovationen ist ein effektiver Klimaschutz nicht möglich. Es braucht massive weltweite Investitionen in erneuerbare Energieträger, je nach Standort in Solarpanels, Windkraft, Biomasse, Wasserkraft oder Geothermie. Notwendig sind neue Technologien zur Einsparung von Energie und Ressourcen. Dringend ist die Abkehr von der Wegwerfkultur – und der Übergang zu einem langlebigen Wirtschafts- und Lebensstil.

Ein Irrtum ist jedoch der Glaube, man brauche einfach nur neue Technologien, um dann weiterzumachen wie zuvor. Zu schnell wird vergessen, dass auch neue Techniken erst einmal Ressourcen verbrauchen. Auch ressourcensparende Technologien können giftige Stoffe enthalten – Beispiel Energiesparlampen. Die Biosprit-Debatte zeigt: Es reicht nicht, einen Treibstoff in die Autos zu füllen und dann weiterzufahren wie eh und je. Dazu kommt der sogenannte Rebound effekt: Energiesparende Motoren nutzen nichts, wenn dann mehr gefahren wird.

Es kommt deshalb auf zweierlei an: Zum einen müssen alle Investitionen letztlich auf eine Kreislaufwirtschaft abzielen, in die Ressourcen eingehen und wiederverwendet werden. Und neue Energietechnologien sind nur dann akzeptabel, wenn ihre Herstellung mittelfristig weniger Energie und Ressourcen verschlingt, als ihre Anwendung einsparen hilft.

Mindestens so wichtig wie technische Innovationen sind jedoch soziale Innovationen: Mehrere Leute, die ein Auto, eine Waschmaschine teilen, sparen wirklich Ressourcen. Wer seinen Laptop, seinen Kühlschrank reparieren lässt, fördert die Langlebigkeit. Innovation ist wichtig. Aber Technik allein wird es nicht richten.

Gemeinwohlökonomie

Die herrschende Politik setzt auf einen deregulierten globalen Kapitalismus. Möglichst ungestört von den Rechten und Bedürfnissen der Beschäftigten oder den Grenzen der Natur sollen Unternehmen produzieren können, wie, was und wo sie wollen. Auch die Wasser- und Energieversorgung oder soziale Dienstleistungen werden privatisiert. Angetrieben von großen Finanzfonds ist das unternehmerische Ziel speziell von Kapitalgesellschaften eine hohe Rendite, das volkswirtschaftliche Ziel ein hohes Wirtschaftswa

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen