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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

Stars, Sternchen und die Ewigkeit

von Fabian Maysenhölder vom 13.09.2013
Warum sich viele junge Leute für Klatsch, Tratsch und Prominente interessieren. Kritische Gedanken zur Trashkultur

Wenn eine US-Regisseurin die Welt nicht mehr versteht, dann klingt das ungefähr so: »Als ich jung war, ging es darum, etwas Spannendes zu machen, wofür man dann auch berühmt sein kann. Heute geht es nur noch darum, berühmt zu sein.« Diesen Satz sagte Sofia Coppola kürzlich in einem Gespräch mit dem Zeit-Magazin. Er ist die Kritik an einer Kultur, mit der die junge Generation heute heranwächst. Eine »Trashkultur« – eine Kultur des Mülls also – sei das, »die geprägt ist von Klatschmagazinen, Promi-Internetseiten und sozialen Netzwerken wie Facebook«, so die 42-jährige Tochter des erfolgreichen Filmregisseurs Francis Ford Coppola.

Und in der Tat, spontan möchte man ihr zustimmen. Wer sich etwa bei Youtube umschaut, der findet unzählige Videos von Jugendlichen, die sich möglichst durchgeknallt in Szene setzen, in der Hoffnung, dass Tausende ihr Video anklicken. Und auch bei einigen Stars und Sternchen wie Paris Hilton, Daniela Katzenberger oder Nadja Abd el Farrag fragt man sich, was diese eigentlich geleistet haben, um berühmt zu werden. Die Antwort muss lauten: eher nichts. Oder mit Sofia Coppolas Worten: Sie sind »für nichts anderes berühmt als dafür, berühmt zu sein«.

Die große Sehnsucht

Bekannt also für nichts? Dieser Schlussfolgerung der US-Regisseurin zu folgen wäre zu kurz gegriffen. Vielmehr ließe sich die Gegenthese aufstellen: Prominente wie Paris Hilton sind – und bleiben – deswegen begehrte Persönlichkeiten auf der Bühne der Öffentlichkeit, weil sie eine Sehnsucht verkörpern. Eine Sehnsucht, die alle Menschen gemeinsam haben: ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen.

Die Definition eines zufriedenstellenden Lebens lässt sich, so meine ich, fast immer auf den Wunsch nach »Freiheit« zurückführen, meist in der Form von Geld und Gesundheit. Und diese Freiheit verkörpern viele Stars und Sternchen in Perfektion. Wer genügend auf dem Konto hat und körperlich nicht eingeschränkt ist, kann tun und lassen, was er will, der oder die kann das Leben und die Welt genießen.

Die Trashkultur, geprägt von Klatschmagazinen und Selbstinszenierungen auf Facebook, ist also – jedenfalls in vielen Fällen – ein Spiegel menschlicher Wünsche. Menschen schauen sich Doku-Soaps über steinreiche Familien wie die »Geissens« an, weil di

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