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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

Frauen als Kardinäle

vom 13.09.2013
Appell von Theologinnen und Theologen: Auch Frauen sollen künftig den Papst wählen können

Auf Initiative der Theologin Helen Schüngel-Straumann (Basel) haben katholische Theologinnen und Theologen aus Europa und den USA einen Aufruf unterzeichnet, in dem Papst Franziskus gebeten wird, Frauen aktiv an zentralen Entscheidungen zu beteiligen. Ein Zeichen dafür könnte die Berufung von Frauen ins Kardinalsamt sein. Der Text hat folgenden Wortlaut:

Die Hinwendung von Papst Franziskus zu den Armen und Unterdrückten erweckt besondere Freude, aber auch Erwartungen. Ebenso seine Aussage, Frauen sollten eine viel stärkere Rolle in der römisch-katholischen Kirche spielen und an Entscheidungen beteiligt werden.

Fast überall auf der Welt sind Frauen besonders von Armut, Benachteiligung und Gewalt betroffen. Mehr als die Hälfte aller Mitglieder in der Kirche sind weiblich. Aber diese Mehrheit wird wie eine Minderheit behandelt. Dabei gibt es hier zahlreiche berufene und hoch qualifizierte Frauen: Ordensfrauen, Theologinnen, Frauen in verantwortlichen Berufen mit starkem Engagement für ihre Kirche. Sie arbeiten als Seelsorgerinnen im pastoralen und karitativen Bereich, an der Basis, in Schulen, Politik, in kirchlichen Verbänden – oft in ehrenamtlicher Funktion. In Theorie und Praxis setzen sie sich für das Evangelium ein. An wichtigen Entscheidungen werden sie aber nicht beteiligt, sodass eine höchst ungleiche und ungerechte Situation in der katholischen Kirche besteht. Frauen wollen aber nicht mehr Objekte sein, sondern Subjekte (Catharina Halkes), und »ohne Frauen ist keine Kirche zu machen«.

Gleichheit und Gerechtigkeit sind zentrale Forderungen der biblischen Propheten. Immer wieder wird für die Dreiheit von »Armen, Witwen und Waisen« besondere Aufmerksamkeit gefordert. Auch Jesus steht ganz auf dem Boden dieser großen prophetischen Tradition und hat Frauen als Jüngerinnen in seine Reich-Gottes-Bewegung berufen.

Um der jesuanischen Botschaft der Gerechtigkeit willen machen wir den Vorschlag, eine angemessene Anzahl von Frauen zu Kardinälen zu ernennen.

Weder in der Bibel noch in der Dogmatik und der kirchlichen Tradition spricht irgendein Argument dagegen, das den Papst daran hindern könnte, eine solche Maßnahme baldmöglichst in die Tat umzusetzen. Er ist frei, von der im Kirchenrecht vorausgesetzten Weihe zu dispensieren, wie dies in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist. Bis ins 19. Jahrhundert wurden gele

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