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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

»Mit einem Fuß im Paradies«

von Bettina Röder vom 13.09.2013
Das Motto des Mitteldeutschen Kirchentages in Jena

Einen Kirchentag der Basis, ohne überdimensionierte Gremien mit lauter Promis. Das gab es früher in der evangelischen Kirche der DDR. Gibt es so etwas noch heute? Wolfgang Musigmann, der Leiter der evangelischen Offenen Arbeit in Erfurt, steckt derzeit in der Vorbereitung für solch einen Kirchentag: Vom 21. bis 22. September, dem Wochenende der Bundestagswahl, ist regionaler Kirchentag in der Thüringer Universitätsstadt Jena. Sein Motto: »Mit einem Fuß im Paradies«. Erwartet werden acht- bis zehntausend Besucher. Manche von ihnen, da ist sich Musigmann sicher, sind keine kirchennahen Christen. Schließlich findet der regionale Paradies-Kirchentag in einer Umgebung statt, in der nicht viele Menschen evangelisch oder katholisch sind. »Die Sehnsucht nach dem Paradies aber, die verbindet alle Leute«, sagt der Diakon.

Der regionale Kirchentag – offiziell heißt er Zweiter Mitteldeutscher Kirchentag – entstammt einer Tradition, die sich in der DDR ehedem bewährt hatte: Relativ kleine Landesausschüsse hatten damals diese Kirchentage vorbereitet. Nun gibt es diesen Mitteldeutschen Kirchentag auch, weil viele Ostdeutsche nicht mehr zu den großen Deutschen Evangelischen Kirchentagen fahren.

Fünf Themenzentren sind überschaubar und alles andere als unpolitisch. Es geht um die Absage an Gewalt, um Rüstungsexporte, darum, Schwerter zu Pflugscharen umzuwandeln. Aber auch um Schöpfungsbewahrung, Gerechtigkeit, weniger Ausbeutung und einen menschlicheren Umgang miteinander. Zwölf Bibelarbeiten, etwa achtzig Veranstaltungen, darunter feine Kulturangebote und einen Jugendkirchentag wird es geben. Auf dem Marktplatz von Jena stellen knapp einhundert Gruppen und Initiativen ihre Arbeit vor. Und wer sich auf den Weg in die überschaubare Stadt an der Saale macht, kann auch selbst seine Themen setzen.

Für Wolfgang Musigmann sind das alles Wege zum Paradies, »aus dem wir ja kommen und in das wir auch wieder gehen«, sagt er vergnügt. Auf dem Jenaer Kirchentag werden diese Wege durch Begegnung schmackhaft gemacht. Auch Osteuropa mit Gästen vor allem aus den Partnerkirchen in der Slowakei wird ein Schwerpunkt sein. Vorbereitet wird das alles von einem festen Stamm von etwa zwanzig Personen. Die meisten sind keine kirchlichen Hauptamtlichen.

»So viel du brauchst« war das Motto

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