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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

Der Fürstbischof

von Hartmut Meesmann vom 13.09.2013
Dem Limburger Bischof werden Verschwendung und autoritäres Auftreten vorgeworfen. Der Oberhirte steht offen unter Druck. Jetzt hat sogar der Vatikan eingegriffen

Der katholische Stadtdekan von Frankfurt, Johannes zu Eltz, ist im Kern so etwas wie ein hundertprozentiger Katholik. Konservativ und durchsetzungsfähig, oft kompromisslos. Er eilt auch schon einmal einem Gottesdienstbesucher hinterher und entwindet ihm im Gerangel die Hostie, die dieser in seine Manteltasche gesteckt hatte – so geschehen in Wiesbaden, wo der Geistliche zuvor Stadtdekan gewesen war.

Seit der studierte Kirchenjurist vom Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst als dessen Vertreter in die Mainmetropole geschickt wurde, sei er offener geworden, sagen Insider. Wenn ein solcher Mann, der stets mit Priesterkragen und oft sogar in römischer Soutane herumläuft, seinem Bischof im »Heute Journal« durch die Blume, nämlich mit Verweis auf die Entscheidung Benedikts XVI., den Rücktritt nahelegt, dann hat das schon eine besondere Qualität. Dann ist sogar Rom alarmiert.

Der aus einem adligen Haus stammende Geistliche ist inzwischen zu einer Art Symbolfigur für die massive Kritik am umstrittenen Limburger Bischof geworden, der seit 2008 das von regionalen und mentalen Gegensätzen geprägte Bistum zwischen Westerwald und Frankfurt leitet. Schon im vergangenen Jahr hatte zu Eltz zusammen mit anderen Priestern der Diözese in einem Brandbrief an den Bischof einen angstfreien Dialog und einen konstruktiveren Leitungsstil eingefordert.

Nachdem der Bischof seinem Stadtdekan wiederum Illoyalität vorgeworfen hat – was dieser als verklausulierte Rücktrittsforderung an ihn interpretierte, der Bischof jedoch flugs dementierte –, haben sich Katholikinnen und Katholiken in einem Offenen Brief an Tebartz-van Elst gewandt. Darin fordern die Unterzeichner von ihrem Oberhirten, »anzuerkennen und zu respektieren, dass die von Ihnen zu Recht eingeforderte Loyalität nicht heißen kann, dass Widerspruch und Kritik verboten sind«. Vertrauen könne nur dann wieder entstehen, »wenn es eine umfassende, ehrliche, schonungslose Information über alle in die Kritik geratenen Vorgänge in der Bistumsleitung gibt«. Weit über 4000 Unterschriften wurden dem Bischof inzwischen übergeben.

Woher kommt es, dass auch eher »brave« Katholikinnen und Katholiken an diesem Bischof kaum ein gutes Haar mehr lassen? Es ist das Auftreten des 54-Jährigen, das Unmut und auch Empörung auslöst. Der Bauernsohn aus dem niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer inszeniert sich mit großem P

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