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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

»Bürger hätten die Kontrolle«

von Anke Schwarzer vom 13.09.2013
Warum sollen die Energienetze zurück in die öffentliche Hand? Fragen an die Aktivistin Wiebke Hansen

? Am 22. September stimmen die Hamburger über Ihre Initiative »Unser Hamburg – Unser Netz« ab. Sie möchten, dass die Stadt die Energienetze, also Strom, Gas und Fernwärme, kauft und selbst betreibt. In welchem Zustand sind diese Netze?

! Das ist nicht transparent, weil die Konzerne dies nicht veröffentlichen. Sie sind dazu aber auch nicht verpflichtet.

? Warum soll die Stadt Hamburg dafür ein bis 2,5 Milliarden Euro ausgeben? Noch dazu ohne zu wissen, in welchen Zustand sie sich befinden?

! Das ist ja genau der Grund! Sie muss doch den Zustand ihrer Infrastruktur kennen! Die Stadt sollte die Energienetze selbst betreiben, weil sie stärker an der Versorgungssicherheit interessiert ist als ein Konzern, der vor allem darauf aus ist, viel Geld zu machen. Vor allem aber bieten sich damit erhebliche Möglichkeiten für die Energiewende und den Klimaschutz. Es ließe sich ein neues Konzept für die Wärmeversorgung, die Speicherung und die Verbrauchssteuerung erstellen. Noch gibt es in Hamburg allerdings kein Energiekonzept, das diesen Namen verdient. Da sind Städte wie Unna oder München weiter.

? Die Stadtwerke München sind am Atomkraftwerk Isar 2 beteiligt …

! Das ist richtig. Dennoch hat die Stadt München den Plan, die Bürger und Bürgerinnen von 2025 an komplett aus erneuerbaren Energien zu versorgen.

? Auch die Stadt muss gewinnorientiert wirtschaften. Was soll Hamburg – oder Berlin, wo die Bürger am 3. November darüber abstimmen – besser machen als die Konzerne?

! Die Bürger hätten dann die demokratische Kontrolle. Öffentliche Unternehmen müssen ihr Geschäftsgebaren offenlegen. Das ist ein großes Pfund. Auf dieser Grundlage kann man überhaupt erst ein Energiekonzept für eine energieeffiziente Stadt erstellen, in der weniger Wärme und Strom verbraucht wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Vattenfall hier in Hamburg so ein Konzept erstellt. Jede Kilowattstunde aus Sonne oder Wind ist schädlich für einen Konzern wie Vattenfall, der einen Großteil seines Geldes mit Kohle verdient. Wenn Hamburg erst einmal wieder unabhängig ist von Vattenfall und E.o

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