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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2017
Vorwärts, Europa!
Wie die Politologin Ulrike Guérot die EU revolutionieren will
Der Inhalt:

»Wir bringen Elefanten zum Tanzen«

von Lena Renner vom 25.08.2017
Die Rentnerin Helena Peltonen-Gassmann kämpft mit Transparency International gegen Korruption

Bevor ich in den Ruhestand gegangen bin, hab ich mir überlegt, wie ich die neu gewonnene Freizeit sinnvoll nutzen könnte. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und hätte es gar nicht geschafft, mich von heute auf morgen einfach zur Ruhe zu setzen und meine Zeit nur noch der Pflege der Balkonpflanzen zu widmen. Da habe ich einen Beitrag über Peter Eigen, den Gründer von Transparency International, im Fernsehen gesehen. Er war früher Direktor der Weltbank und hat dabei mitbekommen, welche gigantischen Summen in korrupten Kanälen verschwinden. Irgendwann konnte er diese Missstände nicht mehr ertragen, hat seinen Posten bei der Weltbank quittiert und dann Transparency International gegründet – eine NGO, die sich für Korruptionsprävention einsetzt. Heute ist er fast achtzig Jahre alt, aber immer noch politisch aktiv. Das Porträt hat mich so beeindruckt, dass ich die Arbeit von Peter Eigen gerne unterstützen wollte. So bin ich 2005 der Hamburger Regionalgruppe beigetreten und habe dort schon bald Verantwortung übernommen.

2011 hatten wir ein tolles Erfolgserlebnis: In nur sechs Monaten haben wir es mit einer Volksinitiative und Verhandlungen geschafft, ein neues Transparenzgesetz durchzusetzen. Im Herbst 2012 trat das Gesetz in Kraft. Seit 2014 gibt es nun ein Online-Transparenzportal, auf dem die Hamburger Verwaltung regelmäßig Daten und Dokumente veröffentlicht, so etwa Senatsbeschlüsse oder den Zuwendungsbericht der Stadt. Hamburg hat damit das bisher fortschrittlichste Informationsfreiheitsgesetz in Deutschland und dient jetzt anderen Bundesländern als Vorbild. Wenn man so eine Wirkung erreicht, tut das schon sehr gut. Dieses Jahr werden wir das fünfjährige Jubiläum des Gesetzes feiern.

So schnelle Erfolge sind sonst aber eher die Ausnahme. Bei unserer Arbeit versuchen wir, die großen Tiere in Wirtschaft und Politik zu beeinflussen. Und wer Elefanten zum Tanzen bringen will, muss in der Regel einen langen Atem haben. Da ist es schön, dass wir so viele sind: In zwölf Bundesländern haben wir Regionalgruppen, und in jedem Bundesland geschieht etwas. Wenn wir gerade selbst in einem Tief stecken, bekommen wir oft Ermunterung durch gute Nachrichten aus anderen Regionalgruppen.

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