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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2015
Unter die Haut
Sechs Monate mit syrischen Flüchtlingen unter einem Dach
Der Inhalt:

Sozialprotokoll
»Ich komme durch«

von Thomas Wöstmann vom 28.08.2015
Die Näherin Isabel Menjivar Cruz aus San Salvador ist 49 Jahre alt und wirkt wie eine Greisin. Fünf Jahre muss sie noch durchhalten
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Ich habe lange überlegt, ob ich Fremden mein Zuhause zeigen soll. Eigentlich schäme ich mich dafür, wie es hier aussieht – mit diesen Wänden aus Wellblech, und wir sechs, meine fünf Kinder und ich, schlafen ja alle nur in zwei Betten. Aber ich glaube, es ist gut, dass Menschen in Europa wissen, wie wir hier leben. Dort in der Ecke ist die Toilette. Wasser haben wir aber nur zweimal am Tag, Strom auch nicht immer.

Als ich 1988 wegen des Bürgerkriegs in die Hauptstadt kam, wollte ich unbedingt nähen. Ich nähe eigentlich gerne. Deshalb habe ich beschlossen, in die Fabrik zu gehen, in die Maquila. Heute muss ich sagen: Keinem meiner Kinder empfehle ich, das auch zu tun. In der Maquila leidest du. Um in zwei Wochen 88 Dollar zu verdienen, darfst du keinen Tag krank sein. D