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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2014
Frieden schaffen – mit Gewalt?
Der Inhalt:

Hans Heydemann: Stuttgart 21: Was ist, wenn es brennt?

von Annette Lübbers vom 29.08.2014

Hans Heydemann ist längst im Ruhestand, aber müde ist er keineswegs. Noch immer will der Diplomingenieur für Energie- und Anlagetechnik das umstrittene Bahnprojekt »Stuttgart 21« verhindern. Jahrelang hat er sich in die technischen Pläne vertieft, Gutachten gelesen und ausgewertet, sich in das Fachgebiet »Tunnelbau« eingearbeitet, Berechnungen nachgeprüft, Unterschriften gesammelt und an Demos teilgenommen. Nicht nur der Wegfall eines städtischen Naherholungsgebietes ärgert ihn, auch nicht in erster Linie die ständig nach oben korrigierten Baukosten. Der erfahrene Ingenieur ist sicher: »Im Brandfall wird der Tunnelbahnhof zu einer tödlichen Falle für die Bahnreisenden. Die Gleisneigung ist zu stark – sechsmal mehr, als es die Betriebsordnung erlaubt. Die extrem lange Treppe mit siebeneinhalb Metern Steighöhe ist im Ernstfall für viele nicht zu bewältigen, und die Menschen müssen in den hochsteigenden Rauch hineinflüchten. Und das sind nur einige der tödlichen Fallen«, sagt der Projektgegner. Nicht umsonst dürfen in den künftigen Tiefbahnhof keine Diesellokomotiven einfahren. Für die Verhinderung von »Stuttgart 21« hat der 74-Jährige seine Gesundheit riskiert. Ein Wasserwerferstrahl traf ihn mit voller Wucht im Rücken, ein Polizist trat ihm mit einem Kampfstiefel gegen das Schienbein, zweimal bekam er Pfefferspray in die Augen. Nun rollen die Bagger. Trotzdem will der Ingenieur im Ruhestand weiterkämpfen. »Ich will mir später nicht nachsagen lassen, ich hätte nichts getan«, sagt Hans Heydemann.

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