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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2012
Mordshunger
Die Würde des Tieres ist antastbar
Der Inhalt:

»Liebe statt Gift«

von Barbara Tambour vom 24.08.2012
Der angeblich wachsende Wunsch nach Sterbehilfe und ein neuer Gesetzesentwurf. Fragen an Benno Bolze vom Hospizverband

? Freuen Sie sich über den Gesetzesentwurf, der gewerbliche Sterbehilfe unter Strafe stellen will?

! Nein, denn der Entwurf geht nicht weit genug. Nicht nur die gewerbliche, auch die organisierte Suizidbeihilfe sollte per Gesetz verboten sein, auch die Werbung dafür.

? Sie lehnen aktive Sterbehilfe und die Beihilfe zur Selbsttötung ab, sofern sie organisiert ist oder gegen Geld angeboten wird. Warum?

! Hospiz-Mitarbeiter machen die Erfahrung, dass Menschen beim Aufnahmegespräch sagen: Ich will etwas haben, um schnell sterben zu können. Wenn sie dann erleben, was die Palliativmedizin für sie tun kann und wie sie im Hospiz liebevoll begleitet werden, verblasst dieser Wunsch. Aktive Sterbehilfe und die organisierte Suizidbeihilfe nicht unter Strafe zu stellen kann bedeuten, dass sich kranke und ältere Menschen unter Druck gesetzt fühlen, ihrem Leben ein Ende setzen zu müssen, um anderen nicht zur Last zu fallen.

? Viele Menschen haben Angst vor Schmerzen oder Abhängigkeit am Lebensende.

! Fragtman nach den Gründen für den Todeswunsch, erfährt man, dass Menschen nicht einfach nicht mehr leben wollen – sie wollen so nicht mehr leben. Die Antwort kann doch nicht sein, ihnen ein todbringendes Mittel bereitzustellen. Vielmehr muss man dafür sorgen, dass an den Gründen ihrer Angst etwas geändert wird: Dass ihre Schmerzen gelindert werden, dass sie liebevoll begleitet werden, dass sie sich als willkommen und getragen erfahren.

? Viele Menschen möchten aber über ihr Leben und auch über ihr Sterben selbst bestimmen. Einer aktuellen Umfrage zufolge spricht sich jeder zweite Deutsche für Suizidbeihilfe gegen Geld aus.

! Solchen Ergebnissen stehe ich skeptisch gegenüber. Ich weiß nicht, wie die Frage genau gestellt wurde. Wurde das Thema Hospiz und palliative Behandlung angesprochen oder nur die Alternative: unerträgliches Leiden oder Suizidbeihilfe?

? In anderen Lebensbereichen ist es völlig selbstverständlich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Warum nicht auch beim Sterben?

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