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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2012
Mordshunger
Die Würde des Tieres ist antastbar
Der Inhalt:

Diktat der Angst

von Paul Schobel vom 24.08.2012
Die Hartz-Gesetze und ihre Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft. Ein Betriebsseelsorger zieht Bilanz

Ehrlich gesagt: Lieber hätte ich als Seelsorger an dieser Stelle einen Nachruf verfasst, weil »Hartz IV« zehn Jahre nach seiner Verabschiedung begraben werden sollte. Die Betroffenen haben nämlich keinen Grund zum Feiern. Wer den Antrag auf Arbeitslosengeld II stellt, wie die Leistungen nach Hartz IV offiziell heißen, gerät sofort unter Generalverdacht, die Dauer der Arbeitslosigkeit selbst verschuldet zu haben. Das ist beleidigend, denn die meisten Erwerbslosen haben keinen sehnlicheren Wunsch, als endlich wieder in Arbeit zu kommen!

Schon die Antragstellung mit einem Monstrum von Formular wird zu einer einzigen Herausforderung. Das Amtsdeutsch ist selbst den »Eingeborenen« kaum verständlich. Und dann geht’s zur Sache: Jedes halbe Jahr ist aufs Neue eine Art »Offenbarungseid« zu leiste