Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2012
Mordshunger
Die Würde des Tieres ist antastbar
Der Inhalt:

Bekenntnis oder Gewalt?

vom 24.08.2012

Zu: »Ein Bund für das Leben« (14/12)

Herr Ginzel irrt, wenn er die jüdische Säuglingsbeschneidung als harmlosen und schmerzlosen Eingriff darstellt. Seine Aussagen widersprechen allen Erkenntnissen der modernen Schmerzforschung und der anästhesiologischen Wirklichkeit bei Eingriffen, Prozeduren und Operationen im Säuglingsalter. Tatsache ist, dass Neugeborene ein voll ausgebildetes Schmerzempfinden besitzen und zur adäquaten Schmerzausschaltung im Vergleich zu Erwachsenen sogar einen besonders hohen Bedarf am Schmerzmitteln aufweisen. Auch wenn es nicht opportun sein mag, dies anzusprechen, so ist die gängige Praxis der Säuglingsbeschneidung ohne adäquate Betäubung als Vivisektion zu betrachten. Wenn im Gesundheitswesen derart brutal mit wehrlosen Säuglingen umgegangen würde, ginge ein Aufschrei der Empörung durch die Welt. Zu Recht.

Dr. med. Christoph Richtmann, Facharzt für Anästhesie,Neu-Ulm

Seit dem Exil wurde die Beschneidung (zusammen mit dem Shabbat) zum unaufhebbaren Zeichen der Bekenntnistreue angesichts der allseits geforderten religiösen, gesellschaftlichen und politischen Anpassung. Seit dieser Zeit spätestens – und bis in unsere Zeit hinein – hat die nichtjüdische Welt immer wieder Anstoß genommen an dem Anderssein jener Anderen. Dies lässt sich von der christlichen Taufe leider nicht sagen. Diese ist im Gegenteil seit Konstantin mehr und mehr zum Zeichen der Anpassung mutiert. Gerade als Christ plädiere ich mit Nachdruck dafür, dass dieser Anstoß, sprich: Beschneidung, nicht infrage gestellt wird – schon gar nicht von Christen.

Dr.Andreas Hämer, Großrosseln

Wenn ich den Kommentar von Hartmut Meesmann zur Beschneidung bei Juden und Moslems lese, wird mir bange um das Niveau zukünftiger Gespräche über Religion in unserem Land. Alle Religionen sind voller »archaischer« Elemente, die dem Alltagsbewusstsein fremd und sogar verrückt vorkommen. Wenn wir unser »theologisches« Sprechen von Gott gegen die »archaischen« Ursprünge der Religionen abschotten, begeben wir uns auf das dünne Eis dessen, was Navid Kermani Vulgärrationalismus genannt hat. Wegweisende Theologen wie Karl Rahner und Dorothee Sölle haben sich stets intensiv auch mit scheinbar irrationalen Traditionselementen auseinandergesetzt und dadurch an Tiefe d

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen