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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Lieber, verehrter Herr Seehofer!

Nachdem die Große Koalition durch Ihr beharrliches Auftreten beschlossen hat, Transitankerzentren für Flüchtlinge an Deutschlands Grenzen einzurichten, um illegale Flüchtlinge rasch abweisen zu können, möchten wir Ihnen einige Vorschläge zur inneren Ausgestaltung dieser Einrichtungen unterbreiten, die Ihr Grundanliegen unterstützen. Unser Unternehmen Patria ist seit mehr als tausend Jahren erfolgreich in der Ausgestaltung von Themen-Zentren jeder Art tätig – unsere Blütezeit war während des Dreißigjährigen Krieges.

Es soll ja, wenn ich Ihr politisches Grundanliegen richtig verstehe, darum gehen, den Aufenthalt der Flüchtlinge so zu gestalten, dass tiefe Heimat- und Umkehrgefühle geweckt werden, damit sie frohen Mutes dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen sind. Deshalb schlagen wir vor, in den Küchen dieser Zentren typische Gerichte aus Griechenland, Türkei, Spanien, Italien, aber auch afrikanische und arabische Speisen anzubieten. Auf diese Weise würden wir den Menschen die Rückkehr in ihre Erstaufnahmeländer oder gar in die Heimat richtig schmackhaft machen.

Gerne würden wir Urlaubsprospekte auslegen mit paradiesischen Zielen in Afghanistan und Syrien, um die verengte Sicht auf Krieg und Zerstörung aufzubrechen. Wir empfehlen auch einen Heimatabend mit afrikanischen Musikgruppen und Komikern. Man könnte auch bayerische Trachtengruppen, Blaskapellen und Jodler auftreten lassen, um den schroffen Gegensatz zur jeweils eigenen Musikkultur zu verdeutlichen. Für intellektuelle Flüchtlinge bietet sich eine Lesung an: Homers Epos »Odyssee« würde sich als Beispiel einer Irrfahrt mit positiven Rückkehrerfahrungen ausgezeichnet eignen.

Für traumatisch belastete Flüchtlinge empfehlen wir »Rebirthing-Kurse«. Bei dieser psychologischen Methode geht es bekanntlich um Rückführungen in frühere Leben. Wenn Flüchtlinge am eigenen Leib erleben, dass sie schon vor 20 000 Jahren in Afghanistan gelebt haben – zum Beispiel als geachtete Stammesführer – und muntere Kriege schon damals kaum beachtete Normalität waren, dann würde dies die Verbundenheit mit der Heimat tiefenpsychologisch immens verstärken.

Ich hoffe, dass Ihnen unsere Vorschläge gefallen, und erwarte Ihre geschätzte Antwort!

Kai van Clou,

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