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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

Gott segne das ehrbare Handwerk

Meisterfeiern in der Kirche? Über die Beziehung von Religion und Handwerk

Kirchengemeinden sehen sich immer häufiger mit der Anfrage von Berufsschulen, Handwerksinnungen und Ausbildungsbetrieben konfrontiert, ob es möglich sei, die Abschlusszeugnisse im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in einer Kirche zu überreichen. Vor zwei Jahren fand zum Beispiel die Meisterfeier für mehr als hundert neugebackene Handwerksmeister(innen) im Bezirk Halle/Saale im Merseburger Dom statt. Im Jahr 2017 – Luther lässt grüßen! – wurde dies in der Wittenberger Schlosskirche gefeiert.

Was passiert hier? Es geht um das Bedürfnis nach einem feierlichen Rahmen in Verbindung mit einem ziemlich »nüchternen« Vorgang: Zeugnisübergabe, Freisprechung oder eben: Meisterfeier. Hinzu kommt das Bedürfnis nach einem Gemeinschaftserlebnis für die Gruppe.

Soll sich die Kirche auf solche Anfragen einlassen? Wird sie nicht gewissermaßen als »Blumenkübel« zur Garnierung des Festes benutzt? Die Antwort darf man sich nicht zu leicht machen. Es reicht nicht, kirchliche Gastfreundschaft als »missionarische Chance« auszugeben und so alle Bedenken zu zerstreuen. Nicht alles und jedes ist eine missionarische Chance. Es gibt keine für alle Situationen geltende Antwort.

Sicher ist: Unsere Kirchen sind herausgefordert, sich stärker auf nichtkirchliche Gruppen einzulassen, deren sozialer Zusammenhang durch Beruf, Hobby, Schul- oder Dorfgemeinschaft begründet wird. Die Handwerkerschaft – im weiten Sinne – bildet eine solche »Gruppe«, ebenso wie Schulgemeinden, Jäger, Motorradfahrer, Trauernde und Betroffene nach einer Katastrophe, Feuerwehr- und Rettungskräfte usw. Für all diese Gruppen haben sich mittlerweile besondere liturgische Formen herausgebildet. Bei Handwerkergottesdiensten spielen zum Beispi