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in Memoriam
Der Frauenförderer

Joachim Vobbe
von Britta Baas vom 11.08.2017
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Joachim Vobbes Start ins Berufsleben war eigentlich nicht dazu angetan, sich als Frauenförderer hervorzutun. Der katholische Theologe wurde 1972 vom Kölner Kardinal Joseph Höffner zum Priester geweiht und arbeitete zwei Jahre als Kaplan in der römischen Männerkirche. Frauen am Altar? Gar nicht daran zu denken! Doch Vobbe konvertierte nach seiner Ausbildung, wurde Altkatholik und stieg nach vielen Jahren als Pfarrer zum Bischof seiner Kirche auf. Zu diesem Zeitpunkt war die altkatholische Debatte über Frauen im ordinierten Amt im vollen Gange. Es gab bereits – wenige – Diakoninnen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich. Aber insbesondere die polnischen Altkatholiken lehnten Frauen im Amt strikt ab. Ein Zwist, auf den Vobbe, 1995 zum Bischof geweiht, nicht mit kleinmütiger Zurückhaltung, sondern mit Vorpreschen reagierte. 1996 wurde er zum ersten Bischof seiner Kirche, der Frauen die Priesterweihe spendete: Angela Berlis und Regina Pickel-Bossau. Dafür wurde er zunächst bestraft: Zeitweise verlor er sein Stimmrecht in der Internationalen Bischofskonferenz der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen. Doch die Geschichte gab ihm recht; heute sind ordinierte Altkatholikinnen nicht mehr wegzudenken. Vobbes entschlossene Vorgehensweise hatte den Bann gebrochen. Er starb am 26. Juli im Alter von siebzig Jahren.

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