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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Sozialprotokoll
»Ich will Gerechtigkeit«

von Bettina Röder vom 08.08.2014
Ausgeliefert: Herbert Schneider (66) war in der DDR im Gefängnis, wurde schwer misshandelt und musste Zwangsarbeit leisten
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Am 5. September 1983 wurde es dunkel in meinem Leben. Da bin ich morgens um neun von der Staatssicherheit an meinem Arbeitsplatz in Halberstadt verhaftet worden. Es war der erste Tag nach unserem Urlaub. Ich bin gelernter Werkzeugmacher, war damals 35 Jahre alt und arbeitete als Kranfahrer. Ich habe eine Frau und vier Kinder. Man brachte mich an diesem Morgen in meinem Heimatort Magdeburg in die Stasi-Haftanstalt. Nach drei Monaten dort wurde ich kurz vor Weihnachten verurteilt. Zu drei Jahren und vier Monaten Zuchthaus. Unter anderem wegen »öffentlicher Herabwürdigung der DDR«, § 220. Mein Vergehen: Ich hatte mit meiner Familie einen Ausreiseantrag gestellt und bei einer Aussprache dazu mit dem Rat des Kreises, dem Parteisekretär und der Stasi die Selbstschussanlagen an der Mauer als Verbrechen bezeichnet. Das war’s.