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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Vorgespräch: »Es gibt viel zu verlieren«

In Berlin finden demnächst die Jüdischen Kulturtage statt. Geht das jetzt überhaupt? Fragen an den Intendanten Martin Kranz

Publik-Forum: In Berlin finden Anfang September die Jüdischen Kulturtage statt, und Sie sind der Intendant. Was passiert denn bei diesen Kulturtagen?

Martin Kranz: Wir sind eines der größten Festivals für jüdische Kunst und Kultur überhaupt. Da kommen Künstler aus der ganzen Welt nach Berlin, beispielsweise wird der Jazz-Bassist Avishai Cohen ein großes Konzert geben. Israels berühmter Koch Tom Franz bittet zum »Jewish Dinner Kosher Style« mit Musikbegleitung. Das Straßenfest »Shuk ha’Carmel« lädt dazu ein, Tel Aviver Geschmäcker kennenzulernen. Man kann Lesungen besuchen, etwa die von der Rabbinerin Elisa Klapheck über die emanzipierte Denkerin Margarete Susman. Man kann jüdische Orte kennenlernen und Synagogen besuchen. Da finden Partys, Vorträge und Diskussionen statt.

Kommen da ausschließlich Juden?

Kranz: Nein, natürlich nicht. Seit 28 Jahren laden wir jüdische und nichtjüdische Menschen jeden Alters ein, über Kunst und Kultur miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu begegnen und zu diskutieren. Wir haben beispielsweise einen Workshop von Kindern für Kinder. Dort erzählen jüdische Kinder zwischen 8 und 13 Jahren von ihrem Alltag, sie beantworten Fragen und backen zusammen mit nichtjüdischen Kindern eine Challa, einen Hefezopf aus Weizenmehl. Da kann man sehen, wie vor allem Kinder einander gut begegnen können, auch wenn sie andere Religionen haben.

Sind die Jüdischen Kulturtage eine kulturelle oder eine religiöse Veranstaltung?

Kranz: Ganz klar zunächst eine kulturelle. Das Judentum ist ja nicht nur eine Reli gion, sondern auch Kultur, bie