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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2012
Erotisches Begehren
Die Sehnsüchte der Menschen und die katholische Sexualmoral
Der Inhalt:

»Großes schwarzes Loch«

vom 10.08.2012
Reiche bunkern mehr als 21 Billionen Dollar in Steueroasen

Es ist eine Zahl mit 12 Nullen; eine Zahl, deren Ausmaß und Folgen nur schwer vorstellbar sind: Mindestens 21 Billionen Dollar verstecken die Reichen der Welt einer neuen Studie der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network (TJN) zufolge in Steueroasen. Der Betrag entspricht dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt der USA und Japans zusammen und sorgt mit den Worten von James Henry, Autor der Studie, für ein »großes schwarzes Loch in der Weltwirtschaft«.

Die Studie der Organisation TJN, die auf Daten der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, der Vereinten Nationen und der Zentralbanken beruht, widmet sich ausschließlich privatem Finanzvermögen. Sachvermögen wie Immobilienbesitz im Ausland, Luxus-Yachten oder Goldbestände seien in die »konservative Schätzung« von 21 bis zu 32 Billionen Dollar sogenannten Offshore-Vermögens nicht eingeflossen, betont Studienautor James Henry, ehemaliger Chefvolkswirt der Unternehmensberatung McKinsey.

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie lautet: Die weltweite Ungleichverteilung von Vermögen ist weit größer als bislang angenommen. Rund 100 000 Personen – also 0,0001 Prozent der Weltbevölkerung – kontrollieren dreißig Prozent des globalen Finanzvermögens. Allein durch die Kapitalflucht reicher Privatpersonen entgehen den Staaten weltweit laut der Studie bis zu 280 Milliarden Dollar Steuereinnahmen. Das ist mehr als doppelt so viel, wie alle OECD-Staaten gemeinsam jährlich für Entwicklungshilfe ausgeben.

Insbesondere für die Länder des Südens ist die Steuerflucht durch Superreiche ein gravierendes Problem: Und so seien in zahlreichen Entwicklungsländern die im Ausland gehorteten Vermögen lokaler Eliten größer als die gesamte Staatsverschuldung. Silke Ötsch, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland, betont: »Entwicklungsländer verfügen meist nur über schlecht ausgestattete Finanzbehörden, was nicht nur von reichen Privatleuten, sondern insbesondere auch von multinationalen Konzernen ausgenutzt wird.«

Da Steuervermeidungstaktiken großer Unternehmen sowie illegale Steuerflucht die globale Ungerechtigkeit weiter verschärfen, braucht es nach Ansicht von Ötsch dringend strengere Regeln und Kontrollen: »Trotz vi

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