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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2010
Kinder ohne Mitgefühl
Warum sie weder Schuld noch Reue kennen
Der Inhalt:

Lilli war da

von Stefan Otto vom 13.08.2010
Sie lebte nur einen Tag. Ihre Mutter ist froh, dass sie ihreTochter kennenlernen und um sie trauern konnte
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Kerstin S.* schreitet langsam den Hügel hinauf, passiert die Linden in der Allee, bis sie eine Lichtung betritt. Rund um ein Apfelbeerenbäumchen, das schmuckvoll mit Ketten und Kristallen behängt ist, gruppieren sich winzige Gräber von Sternenkindern, das sind Babys, die im Mutterleib sterben oder kurz nach der Geburt. »Im Alltagsstress ist oft so wenig Platz für ein verstorbenes Kind«, sagt sie und fügt an, »weil das Umfeld irgendwann beginnt zu vergessen und weiterzumachen, und in gewisser Weise wird das auch von einem selbst erwartet.«

Sie genießt die Ruhe auf dem Friedhof. Hier hört man den Wind in den Bäumen und die Vögel, ab und zu surrt eine S-Bahn vorbei. Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg ist für sie wie losgelöst von der Hektik und der Stadt