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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2019
Homosexualität und Kirche
Wo ist das Problem?
Der Inhalt:

Nachgefragt: #unteilbar: Was bringen diese Demos?

von Ludwig Greven vom 26.07.2019
Am 6. Juli wurde in Leipzig, am 24. August wird in Dresden gegen rechts demonstriert. Fragen an Felix Müller, Sprecher des Bündnisses #unteilbar

Publik-Forum: Herr Müller, Zehntausende werden am 24. August, wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen, zu einer Demonstration in Dresden erwartet. Was erwarten Sie sich?

Felix Müller: Wir wollen all die Menschen stärken, die sich gerade in Sachsen und den anderen Bundesländern in Ostdeutschland für eine solidarische Gesellschaft, gegen den Rechtsruck, gegen Ausgrenzung und für soziale Belange starkmachen. Diese Menschen, von denen es auch in Sachsen viele gibt, werden viel zu wenig gesehen, weil die Rechten die Diskussionen bestimmen. Bei der Wahl könnten diese noch stärker werden, danach vielleicht sogar in die Regierung kommen. Deshalb möchten wir all jenen eine Stimme geben und Mut machen, die für Demokratie, eine freie Gesellschaft und Solidarität einstehen.

Weshalb wird in dem Aufruf die AfD nicht explizit genannt?

Müller: Wir stehen für ein solidarisches Miteinander und möchten unsere Forderungen nach vorne stellen und uns nicht weiter an der AfD abarbeiten. Wir müssen nicht mehr erklären, dass diese Partei antidemokratisch und rassistisch agiert – das sollte allen klar sein. Wir möchten über uns selbst sprechen, nicht uns abgrenzen.

Gleichwohl richtet sich die Demonstration gegen die AfD. Wird das nicht manche eher noch bestärken, diese Partei zu wählen?

Müller: Das kann kein Grund sein, nicht auf die Straße zu gehen. Wir dürfen nicht davor zurückschrecken, unsere demokratischen, auf eine solidarische Gesellschaft gerichteten Perspektiven sichtbar zu machen, weil wir fürchten, dass die Rechte dadurch Stimmenzuwachs bekommt. Das wäre eine Bankrotterklärung der Demokraten.

Wie waren die Erfahrungen bei der Auftaktkundgebung in Leipzig am 6. Juli?

Müller: Die Auftaktdemonstration war ein großer Erfolg. 7500 Menschen sind gekommen, die Gewerkschaften und Kirchen waren dabei, auch Klima- und feministische Gruppen. Das hat uns Mut gemacht.

Nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz vor einem Jahr sind viele aus anderen Bundesländern zu einer Gegenkundgebung dorthin gekommen. Käme es nicht darauf an, vor allem Sachsen zu überzeugen, nicht für eine menschenfeindliche, antidemokratische Partei zu stimmen?

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