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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2019
Homosexualität und Kirche
Wo ist das Problem?
Der Inhalt:

»Aber in der Bibel steht doch …«

von Thomas Hieke vom 26.07.2019

Ein Wort vorab: Die Bibel ist kein Steinbruch, aus dem man Verse herauslösen und als Versatzstücke in eigene theologische Argumentationen einbauen kann. Biblische Verse müssen in ihrem literarischen und soziokulturellen Kontext wahrgenommen werden. Die Frage ist nicht: »Was kann ich mit diesem Vers beweisen?«, sondern: »Was sagt mir dieser Zusammenhang?« Wenn also jemand sagt, »Aber in der Bibel steht doch …«, gilt es zwei Dinge zu beachten: Erstens: Steht dort wirklich genau das, was als angeblich »biblische« Vorschrift ausgegeben wird? Und zweitens: Kann die Bibel als antiker Text nicht unmittelbar als »gesetzliche Vorschrift« dienen – weder für einen modernen Staat noch für eine heutige Religionsgemeinschaft, die sich an der Vernunft orientiert. Es bedarf immer der sorgfältigen Auslegung, einer vermittelnden Hermeneutik (Lehre vom Verstehen). Wer die Bibel wörtlich nehmen will, müsste beispielsweise Levitikus 19,28 folgend alle Tätowierten exkommunizieren. Die folgenden Bibelzitate werden immer wieder herangezogen, wenn es um den Umgang mit Homosexualität geht. Als Exegeten ordnen wir sie in ihren Kontext ein.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 14/2019 vom 26.07.2019, Seite 32
Homosexualität und Kirche
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