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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2017
Wie viel Religion verträgt die Kunst?
Eine Spurensuche auf der documenta
Der Inhalt:

Wie frei ist der Mensch?

vom 21.07.2017

Erbsünde ja oder nein? Dazu vertraten die Theologen Christian Modehn und Eugen Drewermann gegensätzliche Positionen
in Publik-Forum 11/2017 und 13/2017. Einblicke in die Reaktionen unserer Leserinnen und Leser

Wann sind die christlichen Kirchen endlich dazu bereit, uns Menschen als mündige Mitglieder zu behandeln? Wie soll ich das Festhalten an der Erbsünde mit einem liebenden Gott vereinbaren? Es wäre an der Zeit, dass sich die Kirchen endlich von menschen-erdachten Grundsätzen lösen könnten. Wie viel befriedigender könnten wir glauben und in den Kirchen das Abendmahl feiern, ohne die vorherige Verwandlung von Brot und Wein in Christi Leib und Blut glauben zu sollen. Ich glaube, er wäre auch so mitten unter uns. Jesus war kein Opferlamm, vielmehr ein kritisches, vernünftiges Vorbild, welches ein Ja zu allen guten und »bösen« Menschen lebte. Hedi Wurzbacher, Kaiserslautern

Nach vielen Jahren in der Entfernung von der Kirchenlehre und in eigenverantwortlichen Seelendimensionen wurde mir klar, dass auch die Erbsünde ein kirchliches Instrument der Domestizierung der Menschen ist. Schuld hält klein. Jesus ist für mich kein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird für meine »Sünde«, sondern ein Bruder. Er lebte vor, wie wir leben sollen. Sünde ist genauso wenig vererbbar wie Schuld. Die Schuld des Holocaust haben unsere Kinder nicht geerbt – das geht gar nicht. Bestenfalls ist es die »Kollektiv-Scham« (Ralph Giordano) im Rückblick auf die schrecklichen Ereignisse. Jesus als Jude kannte keine Erbsünde. Danke für diesen Artikel! Gisela Habekost, Fröndenberg

Die Paradieserzählungen von Sündenfall und Vertreibung sind Mythen. Und die Lehren Augustins über Erbsünde und Sexualität haben großen Schaden angerichtet. Wie viele andere Glaubenslehren bedürfen sie dringend einer Neuinterpretation, damit der wahre Kern erkennbar wird, der darin steckt. – Wer glaubt, in einer heilen Welt zu leben, besuche einmal ein Flüchtlingslager oder eine Favela oder interessiere sich für die Herkunft der eigenen Kleidung oder Nahrung. Erbsünde verstehe ich als Schuldverstrickung von Anfang an. Schuldverstrickung ist aber nur ein Aspekt menschlichen Lebens. Der

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