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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Funkt es bald im Keller?

von Barbara Tambour vom 22.07.2016
Welche Folgen haben digitale Stromzähler? Fragen an den Mobilfunk-Kritiker Werner Thiede

Der Bundestag hat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Heißt das, dass bald in jedem Haushalt ein digitaler Strommesser eingebaut wird?

Werner Thiede: Ja, ab 2020 sollen digitale Messsysteme – Smart Meter genannt – in allen Haushalten eingebaut werden können, sofern das wirtschaftlich vertretbar und technisch realisierbar ist. Die Entscheidung liegt nicht beim Kunden. Wer eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat, ist schon ab 2018 dazu verpflichtet.

Diese »smarten« Mess- und Steuergeräte sollen ermöglichen, dass Verbraucher dann mehr Strom verbrauchen, wenn viel aus Wind und Sonne erzeugter Strom im Netz vorhanden ist. Was kritisieren Sie daran?

Thiede: Vor allem den Zwang. Die Technologie des sogenannten Smart Grid – des intelligenten Stromnetzes, in dem Stromerzeuger, -verbraucher und -speicher miteinander vernetzt sind – funktioniert auch, wenn nicht alle Verbraucher daran teilhaben. Das Gesetz hätte Ausnahmen oder bestimmte Freiheiten vorsehen können. Aber daran war der Gesetzgeber offenbar nicht interessiert. Dabei zeigen Umfragen: Die Bevölkerung lehnt einen Zwang zu digitalen Stromzählern mehrheitlich ab.

Aus welchen Gründen?

Thiede: Vor allem wegen des Datenschutzes, aber auch wegen des Strahlenschutzes – der wurde im Gesetz völlig außer Acht gelassen. Dabei stuft die Weltgesundheitsorganisation einen Teil elektromagnetischer Felder und auch den mit Hochfrequenz arbeitenden Funk als »möglicherweise krebserregend« ein. Neueste Forschungsergebnisse einer US-Regierungsstudie bestätigen den Verdacht. Der Rückversicherer Swiss Re hat schon 2013 den Mobilfunk in die höchste Risikogruppe eingruppiert.

Was wäre so schlimm daran, wenn einmal im Jahr per Funk der Stand des Stromzählers übertragen wird?

Thiede: Die jährlich vorgesehene Übertragung betrifft bloß den Standardtarif, nicht die variablen Tarife. Dabei bringen gerade die Vorteile zur Kosteneinsparung! Und der sogenannte Smart Meter Gateway – die zentrale Kommunikationseinheit des intelligenten Messsystems – kann mit mehreren Stellen kommunizieren: mit Geräten, anderen Zählern oder Displays. All dies kann häufig, womöglich alle paar

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