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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 22.07.2016

Markus Grimm
Wo bitte geht’s zum Leben
Echter. 200 Seiten. 14,90 €

Die Kritik des Theologen, Schauspielers und Performancekünstlers Markus Grimm ist berechtigt: blutleere Dogmen und ein abstraktes Gottesbild entfremden Menschen immer stärker vom kirchlichen Glauben und den traditionellen Glaubensgemeinschaften. Religion in all ihren unterschiedlichen Formen soll demgegenüber eine Erfahrung des Heiligen ermöglichen. Hier trifft sich Religion mit der Kunst, die existenzielle Erfahrung erschließt und deutet. So weit, so gut. Wenn aber der Autor Religionen die Aufgabe zuschreibt, »einen Bezug von menschlichem Leben zu ewiger Ordnung« zu erstellen, verfängt sich Dogmenkritik in neuer Dogmatik. Der Mensch soll sich an eine scheinbar vorgegebene Ordnung, die überpersönlich ist und den ganzen Kosmos erfüllt, anschließen. Wirklich Neues erfährt man leider nicht. Letztlich wird der Mensch festgelegt auf vorhandene Strukturen. Daran ändert auch die schnoddrige Sprache des Autors nichts. Wolfgang Pauly

Lasst euer Licht leuchten!
Gespräche mit Kardinal Dom Aloisio Lorscheider. Edition ITP-kompass. 180 Seiten. 12,80 €

Das Buch erinnert an eine der wichtigsten Gestalten der jüngsten Kirchengeschichte: Kardinal Lorscheider (1924-2007) aus Brasilien hat sich trotz aller Widerstände für die Basisgemeinden und die Befreiungstheologie immer wieder starkgemacht. Verkündigung hieß für ihn prophetische Gesellschaftskritik. In ausführlichen Interviews kurz vor seinem Tod analysiert er den Zustand der römischen Kirche: Sie sei von Angst vor der Freiheit geprägt; alles Denken werde kontrolliert; der Klerus sei unfähig zum internen Dialog, Laien werden nicht gleichberechtigt behandelt. Deutlich zeigt Lorscheider, wie die Kirchenführer bis 1990 von der Angst vor dem Sozialismus förmlich besessen waren. Auch die »Option der Kirche für die Armen« sei eher politisch-taktisch motiviert als theologisch. Lorscheider erzählt, dass zum Beispiel das Hilfswerk Adveniat gegen die Befreiungstheologie wie in einer »Verschwörungswelle« agierte. Selten hat ein Kardinal so viel Mut zur offenen und öffentlichen Kirchenkritik gezeigt. »Rückblicke in die Zukunft der Kirche« ist der paradoxe Untertitel. Vielleicht hat ja dieser »Verteidiger der

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