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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2012
Nicht aufgeben!
Was von Martin Luther zu lernen wäre
Der Inhalt:

Einsichten eines Grenzgängers

von Norbert Copray vom 27.07.2012
Warum Wissenschaft und Spiritualität zusammengehören

Harald Walach Spiritualität Warum wir die Aufklärung weiterführen müssen. Drachenverlag. 272 Seiten. 29,80 €

Wenn es um Wissenschaft oder Glaube geht, will die Vernunft heute eingeschaltet bleiben und der Glaube von Erfahrung gesättigt sein. Es gibt wissenschaftliche, alltägliche und spirituelle Erfahrungen der Wirklichkeit. Für Harald Walach gehören sie zusammen und nicht auseinandergerissen. Deshalb hat Walach ein Buch geschrieben, in dem er Spiritualität und Aufklärung, Wissenschaft und Intuition zusammenbringen will.

Walach ist Professor für Forschungsmethodik komplementärer Medizin und Heilkunde sowie Leiter des Instituts für Transkulturelle Gesundheitsforschung an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. In der wissenschaftlichen Szene gilt er als kreativer Grenzgänger, als Kritiker traditioneller wissenschaftlicher Sichtweisen, manchem kirchlichen Weltanschauungsreferenten als Esoteriker und spätestens seit seinem Buch »Weg mit den Pillen!« etlichen Medizinern und Pharmazeuten als Gegner. Den Wissenschaftlern ist er zu spirituell, den Frommen zu aufklärerisch.

So hat sich Walach zwischen alle Stühle begeben. Von dort aus bietet er ungewohnte Perspektiven. Walach glaubt, mit seinem Buch einen »Tabubruch« zu begehen, »indem es ein Thema aufgreift, über das nur an ganz speziell reservierten Orten der Gesellschaft gesprochen werden darf, ohne die Etikette zu verletzen«.

Für den Mediziner Walach gehört die Spiritualität ebenso zum Menschen wie die Sexualität. Verdrängte oder ignorierte Spiritualität sei genauso verhängnisvoll wie unterdrückte Sexualität. Da es mittlerweile eine recht beachtliche spirituelle Szene gibt, die nicht mit der esoterischen Szene verwechselt werden darf, trägt Walach in Bezug auf einen Teil seiner Leserschaft Eulen nach Athen.

Harald Walach reklamiert für sich selbst eine spirituelle Erfahrung der Wirklichkeit. Er begreift sie als komplementär zur wissenschaftlichen Erfahrung der Wirklichkeit. Komplementarität ist für ihn das Schlüsselwort: Beide Zugänge beziehen sich auf dieselbe Wirklichkeit, was verhindert, dem einen oder dem anderen Zugang die Letztbegründung zuzuweisen. Die Wirklichkeit sei offen, der Mensch lerne ständig Neues kennen und sich selbst und die Welt besser verst

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