Mehr Schaden als Nutzen
Zölibatsdämmerung in einer geistlichen Diktatur – so könnte man, zugespitzt, die Situation der katholischen Kirche charakterisieren, jedenfalls im deutschsprachigen Raum. Seit Jahren machen Umfragen konstant deutlich, dass mehr als zwei Drittel der Katholiken die Verpflichtung der Priester zur Ehelosigkeit ablehnen. Das angeblich so hehre Zeichen für die alleinige Verfügbarkeit durch Gott wird nicht mehr verstanden. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie unter 500 Pfarrern in Österreich: 79 Prozent von ihnen sprechen sich ebenfalls für die Abschaffung der Zölibatsverpflichtung aus. Die Bischöfe dagegen überschlagen sich in ihrer Mehrheit mit Verteidigungsreden und Rechtfertigungsbemühungen. Sie versuchen dem Kirchenvolk ein Kirchengesetz einzuhämmern, das dieses nicht mehr will, und stehen damit weitgehend allein. Was sind Papst und Bischöfe damit anderes als geistliche Diktatoren?
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