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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2010
Es reicht!
Sieben Gebote für eine ethische Revolution des Finanzwesens
Der Inhalt:

Dörfer statt Kohlegruben

von Jürgen Israel vom 23.07.2010
Eine Brandenburger Initiative für nachhaltige Energie

Immer mehr Menschen in Brandenburg engagieren sich für die alternative Energiegewinnung. Von Niederlagen wie dem gescheiterten Volksbegehren gegen Tagebaue im letzten Jahr lassen sie sich nicht beirren. Ebenso wenig von den Plänen der Landesregierung, die erneut Dörfer in der Niederlausitz für den Braunkohletagebau aufgeben will. Initiativen steuern dagegen. Eine der erfolgreichsten befindet sich in der Lausitz, einer Gegend, die von den Umsiedlungsplänen besonders betroffen wäre: Im Mai 2009 gründeten zehn Einwohner der Region eine Solargenossenschaft, die ihren Sitz in der Grenzstadt Guben hat.

Ihr Ziel ist es, nicht nur ein Zeichen für die Zukunft der bedrohten Dörfer zu setzen, sondern auch praktisch die Umwelt zu schützen. Die Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße stellte alle gemeindeeigenen Dächer zur Verfügung, darunter auch das des Feuerwehrgebäudes im Ortsteil Kerkwitz. Kerkwitz läge mitten in der geplanten Grube. Da es (noch?) keine Baubeschränkungen gibt, konnten die geeigneten Dächer zur Energiegewinnung genutzt und die entsprechenden Anlagen installiert werden.

»Die Bedrohung benachbarter Orte durch den Kohlebergbau war einer der Anlässe für die Gründung unserer Solargenossenschaft in Guben. Wir wollen etwas für die nachhaltige Energieerzeugung in der Region tun«, erklärt Matthias Bärmann von der Solargenossenschaft Lausitz und Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Inzwischen hat die Genossenschaft mehr als siebzig Mitglieder. Der Altersdurchschnitt reicht von jungen Erwachsenen, die in die Zukunft ihrer Heimatorte investieren, bis zu Großeltern, die ihren Enkeln statt eines Sparbuchs Anteile der Solargenossenschaft vererben wollen. Die Anteilsgröße beträgt 250 Euro, die Genossenschaft arbeitet durchaus gewinnorientiert. Genossenschaften sind urdemokratische Einrichtungen, allein die Mitglieder entscheiden, was geschieht. Dabei hat jedes Mitglied eine Stimme, keiner darf mehr als 200 Anteile erwerben. Sechs Anlagen sind am Netz, die nächste soll auf dem Feuerwehrdach in Kerkwitz entstehen. Eine Besonderheit der Initiative ist, dass lediglich vorhandene Dächer genutzt werden. Wer sein Dach zur Verfügung stellt, erhält eine Miete. Es werden keine Bäume gefällt, um Platz für Solaranlagen zu gewinnen. Die andere Besonderheit besteht darin, dass man nicht

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