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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2010
Es reicht!
Sieben Gebote für eine ethische Revolution des Finanzwesens
Der Inhalt:

Der Kahlschlag

von Johanna Jäger-Sommer vom 23.07.2010
Die Diözese Trier spart am Kontakt mit Randständigen, Andersgläubigen und Jugendlichen. Im Bistum brodelt es

Im Bistum Trier wird gespart. Vor allem am Dialog mit der Welt, am Kontakt mit Randständigen, mit Andersgläubigen und kirchenfernen Jugendlichen. »Alles, was in die Gesellschaft hineinwirken sollte«, beklagt Werner Müller, »wird mit den Sparbeschlüssen stark zurückgefahren«.

Die Katholische Akademie Trier, deren Saarbrücker Abteilung Werner Müller leitet, ist nur eines von vielen Instituten der Diözese, die dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. Ersatzlos gestrichen werden vor allem solche Projekte, die außerhalb der bürgerlichen Gemeinden und des »Kerngeschäfts« der Sakramentenverwaltung arbeiten. Und das, obwohl das Defizit des Bistums Trier nun viel geringer ausfallen wird, als ursprünglich prognostiziert.

Anfang Juni hat Generalvikar Georg Holkenbrink einen »verbindlichen Entwurf zur Kostensenkung im Bistum Trier 2010« vorgelegt. »Verbindlich« soll das Spar-Volumen von vierzig Millionen Euro sein, das mit dem für 2009 prognostizierten hohen Defizit begründet wird. Doch sogar der Generalvikar muss zugeben, dass dies tatsächlich erheblich darunter lag: bei nur rund zehn Millionen Euro. Das wird jedoch genauso wenig im Entwurf berücksichtigt wie die inzwischen wesentlich verbesserte Wirtschaftssituation. Umfassende Haushaltszahlen, die neben Kirchensteuereinnahmen auch die Besitztümer aus dem »Haushalt des Bischöflichen Stuhls« – Immobilien, Aktien, ausgelagerte Unternehmen und Stiftungen wie die Bischöflichen Weingüter – umfassen, werden verschwiegen. Vierzig Millionen aber lassen sich nicht durch kleine Schönheitskorrekturen einsparen, und so wird nun ein regelrechter Kahlschlag geplant. Innerhalb und außerhalb des Bistums regt sich Widerstand.

So wendet sich die Gesamt-Mitarbeitervertretung der Diözese gegen einen Schnellschuss der bischöflichen Verwaltung, durch den schon bald erste Einrichtungen geschlossen werden sollen. Man solle lieber in Ruhe überlegen, wie mit den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen umgegangen werden könne, heißt es dort. Der Generalvikar jedoch besteht auf der Einhaltung des Zeitplans, nach dem der Sparbeschluss schon Ende September durch Bischof Stephan Ackermann in Kraft gesetzt werden soll. Von gemeinsamen Überlegungen und einer funktionierenden Kommunikation ist die kirchliche Behörde weit entfernt. So erstellte die vom Bischof beauftragte Leitungsgruppe aus Generalvi

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