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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Maria lässt nicht locker

Nach dem Kirchenstreik der Frauen kommt die katholische Kirche nicht zur Ruhe

Viele Kleriker hatten wohl gehofft, dass die Aktion Maria 2.0 bald vorbei und vergessen wäre. Doch nach dem spektakulären Kirchenstreik, der sich im Mai in Deutschland und darüber hinaus verbreitete, wird der Ruf nach der Gleichberechtigung in der katholischen Kirche nur noch lauter. Von Münster bis Wien gehen die Aktionen weiter, kämpfen Katholikinnen bei Vorträgen, Prozessionen und Interviews um die Anerkennung ihrer spirituellen Berufung. Auch die traditionelle mitgliederstarke Katholische Frauengemeinschaft (kfd) fordert nun offiziell die Priesterweihe für Frauen.

Derweil versuchen konservative Bischöfe, die Frauen zum Schweigen zu bringen. Jesus habe nur Männer als Apostel berufen, verlautbarte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer Mitte Juni. Die Priesterinnen der Antike seien dagegen meist Prostituierte gewesen. Deshalb dürfe es auch heute keine Priesterinnen geben. Auch der frühere Kurienkardinal Walter Kasper erklärte, Papst Johannes Paul II. habe doch »endgültig festgehalten«, dass die Kirche »keine Vollmacht zur Frauenweihe« habe. Dabei müssten die Würdenträger wissen, wie fadenscheinig ihre Argumente sind. Wer die (von Männern überlieferte) Praxis Jesu eins zu eins in die Gegenwart übersetzen wollte, dürfte dann nur verheiratete jüdische Fischer in die Nachfolge rufen. Das Evangelium müsste ausschließlich von Wanderpredigern mit Stock und Sandalen verkündet werden. Da der Rabbi Jesus niemanden geweiht hat, müsste auch die Kirche auf jegliche Weihen verzichten.

Und hatte Papst Franziskus Maria Magdalena nicht den Aposteln gleichgestellt?

Die Frauen von Maria 2.0 sind viel zu klug und bibelfest, um