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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2017
Wem gehört die Welt?
Einblicke in die Machtverhältnisse des globalen Kapitalismus
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 07.07.2017

Ursula Weidenfeld
Regierung ohne Volk
Rowohlt. 300 Seiten. 19,95 €

Angela Merkel möge eine »bessere Demokratie wagen«. Das wünscht sich die Potsdamer Journalistin Ursula Weidenfeld. In ihrem steten Bemühen, Konsens hinter den Kulissen herzustellen, habe sie den Bundestag entmachtet und den Wettbewerb um die besten Ideen eingeschläfert. Sie perfektioniere einen Präsidialstil, den schon Helmut Kohl und Gerhard Schröder pflegten. Merkels Regieren jedoch polarisiere nicht, sondern dränge auf Mitte. Eigentlich ein Lob! Nicht aber, wenn sich das Wahlvolk jenseits eines engagierten Bürgertums enttäuscht abwende, wenn der Streit um Marktwirtschaft und Flüchtlinge die Gesellschaft spalte. Mehr als eine dritte Große Koalition fürchtet die Autorin die nächste Wirtschafts- und Finanzkrise. Sie hält Topmanager für mitschuldig, dass die Demokratie unter die Populisten gefallen sei. Durch ambitionierte Kommunalpolitik, so meint sie, ließe sich das Interesse am Gemeinwesen neu beleben. Das hat bereits »Rotgrün« mit runden Tischen, mit Sachverstand außerhalb der Politik versucht und entging dennoch nicht dem Bürgerzorn. Gleichwohl lohnt der Weckruf! Ernst Rommeney

Rayk Anders
Eure Dummheit kotzt
mich an
dtv. 204 Seiten. 14,90 €

Rayk Anders ist ein erfolgreicher junger Blogger, der in seinem ersten Buch versucht, mit vielen dummen Behauptungen aufzuräumen, die im rechtspopulistischen Milieu herumgeistern: Der CO2-Ausstoß sei gut, weil Pflanzen CO2 brauchten. Deutschland schaffe sich ab, weil nur Muslime Nachwuchs hätten. ARD und ZDF seien überflüssig, weil Privatsender vollauf genügten. Impfen nütze nur der Pharma-Industrie … Für Anders ist das »Bullshit«, der »unser Land vergiftet«. Damit hat er recht. Ob er aber die erreicht, die den Schwachsinn glauben, ist fraglich … Josef Ohler

Angelika Grubner
Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus
Mandelbaum. 340 Seiten. 20 €

Der französische Denker Michel Foucault hat stets betont, dass psychisches Leiden und Wohlbefinden nicht im luftleeren individuellen Raum erfahren werden, sondern mitten in der Gesellschaft mit ihren Kriegen, ihren wirtschaftlichen Unterschiede

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