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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2014
Wie kommt Gott ins Gehirn?
Die Erkenntnisse der Wissenschaft
Der Inhalt:

Spiel mit drei Namen

von Hartmut Meesmann vom 11.07.2014
Deutsche Domkapitel schlagen dem Vatikan ihre Kandidaten für das Bischofsamt vor. Doch Rom interessiert sich weiterhin nicht für diese Listen. Weder in Freiburg noch andernorts

Terna. Das könnte ein südländischer Frauenname sein oder ein neues Eintopfgericht oder das Modell eines supermodernen Leuchters. Alles falsch. Terna nennt sich die Liste mit den drei Namen, die deutsche Domkapitel als mögliche Kandidaten für die Besetzung eines vakanten Bischofsstuhls nach Rom schicken dürfen – da, wo sie es laut Konkordat können. Dass einer dieser drei Kandidaten dann tatsächlich Bischof wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn Rom – das heißt: die zuständige Bischofskongregation – schickt die Namensliste zurück und geht dabei meist eigene Wege: Meist tauchen ganz neue Namen auf, mit Billigung des Papstes.

Das wurde erst jüngst wieder im Erzbistum Freiburg deutlich. Die Herren Domkapitulare fielen aus allen Wolken, als sie die aus Rom eingetroffene Namensliste sahen: Keiner ihrer Vorschläge war berücksichtigt worden. Der 52-jährige Stephan Burger, Leiter des Freiburger Kirchengerichts, den die Domherren dann notgedrungen auserkoren, wurde ihnen sozusagen aufgedrängt. Was hat man also davon, als Mitglied des Domkapitels seinen Chef wählen zu dürfen? Letztlich nichts. Aber man hat sich mal wieder gesehen in dieser Runde.

Das hat seinerzeit auch das Limburger Domkapitel erfahren müssen. Die Herren lasen die aus Rom zurückgeschickte Liste und schauten sich entgeistert an: »Franz-Peter Tebartz-van Elst? Wer ist denn das? Kennt den jemand?« Sie wählten den Mann schließlich – und die Tragödie nahm ihren Lauf. Dass das Domkapitel jetzt seine Mitschuld an der Tebartz-Krise, die mit dem erzwungenen Rücktritt des Bischofs endete, eingeräumt und tief bedauert hat, ist ehrenwert. Doch gibt es in Limburg nicht wenige, die einen geschlossenen Rücktritt der geistlichen Herren für die beste Lösung halten: weil sie ihrer Verantwortung erwiesenermaßen nicht gerecht geworden seien.

In Köln – dort ist der ungeliebte Kardinal Joachim Meisner aus Altersgründen abgetreten – sollen aktuell drei Namen auf der nach Rom gesandten Terna stehen: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, der Essener »Ruhr-Bischof« Franz-Josef Overbeck und der momentane Kölner Bistumsverwalter Stefan Heße. Wenn überhaupt, könnte Overbeck Chancen auf den Kölner Amtssitz haben. Ackermann wird, weil angeblich viel zu offen, von konservativen Mitbrüdern angefeindet. Aber womöglich wird es wieder einer, den kaum jemand kennt.

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