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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2013
"Wir brauchen einen toleranten Islam"
Malis höchster Iman Mahmoud Dicko kämpft für seine Vision
Der Inhalt:

Raue Sitten

von Eugen Albert vom 12.07.2013
Slowakei: Theoforum unter massivem Druck der Bischöfe

Die katholischen Bischöfe der Slowakei sind verärgert und alarmiert. Anlass gibt das Theoforum, das während der kommunistischen Diktatur in der damaligen CSSR von engagierten Laien und Geistlichen im Untergrund gegründet worden war. Denn dieses »Forum für Glaube und Zeit« seit 1995 als Nichtregierungsorganisation staatlich registriert, unterstützt die Ziele der österreichischen Pfarrer-Initiative, die auch in der Schweiz, den USA und in Deutschland aktiv ist.

Pfarrer Helmut Schüller, der Sprecher der erfolgreichen österreichischen Pfarrer-Initiative (www.pfarrer-initiative.at), hatte in einem Vortrag in der Slowakei über die Reformanliegen seiner Vereinigung berichtet. Er erläuterte auch den »Ungehorsam«, den über 400 österreichische Priester der Kirchenleitung gegenüber leben, indem sie zum Beispiel konfessionsverbindenden Paaren oder geschiedenen und wiederverheirateten Eheleuten ganz selbstverständlich die Kommunion im Gottesdienst reichen.

Die slowakischen Bischöfe fürchten nun, die »ungehorsame« Reformbewegung könne auch auf ihr Land übergreifen. In der Folge setzten sie das Theoforum unter Druck. Dessen Vorsitzender, Pfarrer Karol Moravzcik, wurde von den Oberhirten genötigt zurückzutreten. Wenig später zwang man ihn, erneut einzutreten. Ziel dieser absurd anmutenden Vorgänge war es, sich das Forum wieder gefügig zu machen.

Stanislav Zvolensky, der Erzbischof von Bratislava, lud drei Vorstandsmitglieder nacheinander vor. Er warf ihnen Mitgliedschaft in einer Vereinigung vor, die mit der kirchlichen Lehre unvereinbar sei, und drohte den Geistlichen mit Strafen. Ein Priester trat daraufhin aus dem Theoforum aus.

Als sich der damals amtierende Papst Benedikt XVI. in seiner Gründonnerstagspredigt über die Pfarrer-Initiative beschwerte, predigten die slowakischen Bischöfe in ihren Kathedralen zeitgleich gegen die angeblichen Gefahren der kirchlichen Reformbewegung. Die Gläubigen müssten die Reformer meiden, hieß es. Der Militärbischof sagte, die Reformer seien der »Feind« der Kirche. Der greise, aus der Slowakei stammende Kurienkardinal Jozef Tomko blies bei einer Predigt in Banska Bystrica in dasselbe Horn. Es folgten Drohbriefe und weitere Einschüchterungen von Seiten der Bischöfe.

Noch gibt es das Theoforum. Doch die

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