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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2013
"Wir brauchen einen toleranten Islam"
Malis höchster Iman Mahmoud Dicko kämpft für seine Vision
Der Inhalt:

Maly Trostenez

von Irene Dänzer-Vanotti vom 12.07.2013
Gedenken an die unbekannte Vernichtungsstätte europäischer Juden in Minsk

Hamburg, Alsterterrasse.

Fünf Stolpersteine für

Denny Bieber, geboren 1939

Ilse Bieber, geboren 1936

Ruth Bieber, geboren 1931

Florentine Bieber geb. Bachner, geboren 1909

Max Bieber, geboren 1898

deportiert 1941 nach Minsk. Ermordet.

Ein Kiefernwald am Stadtrand von Minsk, der Hauptstadt von Weißrussland. Hohe Stämme. Zwischen den Bäumen ein kleiner Grabstein. Er erinnert nicht nur an einen Menschen. Er erinnert an Zehntausende. Deutsche, Österreicher, Tschechen, Weißrussen, Russen, Jüdinnen, Juden. Sie wurden hier während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erschossen oder im Gas erstickt. Maly Trostenez war die größte NS-Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der Sowjetunion. »Tote aus ganz Europa liegen in der weißrussischen Erde, und die macht sie alle zu Verwandten«, sagt Sima Magolina. Sie ist Jüdin aus Weißrussland und überlebte als kleines Kind einen Pogrom im Minsker Getto. An dem Grabstein denkt sie an ihre Mutter und ihre beiden Schwestern, die in den Massengräbern von Maly Trostenez liegen, aber sie vermisst einen würdigen Ort für ihre Trauer. Für den Bau einer Gedenkstätte setzt sich das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) in Dortmund ein. Politiker wie der ehemalige Bremer Oberbürgermeister Henning Scherf unterstützen die Initiative.

Die Familie Bieber, an die in Hamburg fünf Stolpersteine erinnern, muss 1941 unter den Ersten gewesen sein, die nach Minsk deportiert wurden.

Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion und überrannte die Republik Weißrussland – Belarus – in wenigen Wochen, bombardierte Minsk und pferchte dort die jüdische Bevölkerung in ein Ghetto in der Altstadt. Gleichzeitig rückte die NS-Führung von Ideen ab, die Juden Europas in einem Gebiet in Polen anzusiedeln oder in Madagaskar zu sammeln. Das war noch kurz zuvor ernsthaft erwogen worden. Jetzt aber plante die Führung den Völkermord an den Juden und machte Minsk zu einem seiner Schauplätze. »Das Reichssicherheitshauptamt befahl, 25 000 Juden nach Minsk zu deportieren«, sagt die Berliner

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