Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2013
"Wir brauchen einen toleranten Islam"
Malis höchster Iman Mahmoud Dicko kämpft für seine Vision
Der Inhalt:

Das schöne Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun

von Ulrike Schnellbach vom 12.07.2013
Die Abiturientin Judith Roth hat sechs Wochen lang versucht, ethisch korrekt zu leben. Ein Experiment mit Folgen

Ethik und Moral im Leben – nicht gerade ein Thema, das man mit einer 19-Jährigen in Verbindung bringt. Doch Judith Roth, Schülerin einer Freiburger Waldorfschule, hat darüber eine Jahresarbeit geschrieben. Es geht um Lebensthemen von Pränataldiagnostik bis zu Sterbehilfe. Im Zentrum steht die Frage nach ethisch korrektem Konsumverhalten. Dem ist die Abiturientin nicht nur theoretisch auf den Grund gegangen, sondern sie hat es in einem sechswöchigen Selbstversuch erforscht. Sie erzählt, was sie dabei erlebt und welche Schlüsse sie daraus gezogen hat.

Ethisch korrekt konsumieren: Was verstehst Du darunter?

Judith Roth: Dass ich weder mir selbst noch anderen Menschen oder der Umwelt mit meinem Konsumverhalten schade. Das bedeutet für mich erstens, nur Produkte zu kaufen, die ich wirklich brauche. Zweitens: den Produkten eine Wertschätzung zukommen zu lassen; zum Beispiel Essen nicht unbedacht runterzuschlingen, sondern mir bewusst zu machen, dass es ein Geschenk ist, das wir von der Natur bekommen. Drittens darauf zu achten, dass Lebensmittel eine möglichst kurze Produktionskette haben, sodass ich nachvollziehen kann, woraus sie gemacht sind und wo sie herkommen. Viertens sicherzugehen, dass auch die Menschen, die die Konsumgüter hergestellt haben, in ihrer Arbeit eine angemessene Wertschätzung erfahren.

Wie bist Du vorgegangen?

Judith Roth: Zuerst habe ich Tagebuch geführt und darin mein Konsumverhalten genau dokumentiert und mir Fragen notiert, die ich recherchieren wollte. Zunächst habe ich mich auf Lebensmittel konzentriert und mich bemüht, nur solche aus biologischer Produktion und fairem Handel zu essen. Ich habe viel gelesen, diskutiert und mir Gedanken gemacht. Im Lauf der Zeit kamen immer mehr Dinge dazu, die ich beachten musste, wenn ich konsequent sein wollte.

War das anstrengend?

Judith Roth: Ja, ich habe mich teilweise ganz schön unter Druck gesetzt. Manchmal habe ich mir gewünscht, ich hätte ein weniger philosophisches Thema gewählt, bei dem ich einfach die Informationen zusammentragen kann und nicht so viel reflektieren muss. Andererseits hat mich das Thema »Ethik und Moral« schon lange beschäftigt, es kam irgendwie aus dem Bauch heraus und ist mir einfach wichtig.

Welche Situationen haben Dir Schwier

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen