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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2012
Satte Geschäfte
Wie Spekulanten Hunger machen
Der Inhalt:

Heimat

von Doris Weber vom 04.07.2012
Alles, was der Mensch zum Leben braucht, buchstabiert dieses Wort: Geborgenheit, Urvertrauen, Verbindlichkeit, Wärme, Nähe

Mitzi bestand darauf, dass man sie Mitzi nannte. Das sagt man in Österreich für Maria. Und Maria fand sie »typisch deutsch«, so streng – wie die Leute, mit denen man »erst einmal einen Sack Salz fressen muss«, um vertraut zu werden. Mitzi, wir wissen es bereits, ist Österreicherin, die es in den 1950er-Jahren der Liebe wegen in dieses »kalte, fremde Land« verschlug. Manchmal, von Heimweh ergriffen, legt sie auch heute noch eine Schallplatte auf und singt den Erzherzog-Johann-Jodler. Das klingt für deutsche Ohren schrecklich, so ähnlich wie Maria für Mitzi. Aber es hören ohnehin nur noch wenige Leute zu, wenn Mitzi jodelt, denn im Lauf der Jahre hat sie sämtliche Personen aus ihrem Leben verbannt, die beharrlich »Maria« zu ihr sagten, darunter auch allerlei Verwandtschaft. »Do kenn i nix«, sagte Mitzi dann im heimatlichen Dialekt, »dahoam is

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