Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
meine Eltern haben vor einiger Zeit ihren eigenen China-Boykott gestartet. Sie wollen keine chinesischen Produkte mehr kaufen. Das ist gar nicht so einfach. Denn in vielen Geschäften gibt es kaum Toaster oder Werkzeuge, die nicht zumindest teilweise in der Volksrepublik hergestellt wurden. Was meine Eltern im Kleinen erleben, erlebt die deutsche Wirtschaft im Großen: Die Chinesen liefern eine Menge Waren nach Deutschland, sie kaufen aber auch sehr gern deutsche Produkte. VW allein verkauft mehr Autos in China pro Jahr, als alle Hersteller zusammen in Deutschland loswerden. Spätestens seit bekannt ist, wie die chinesische Führung mit der muslimischen Minderheit der Uiguren umgeht, hat das China-Geschäft deutscher Firmen einen Beigeschmack. Peking kämpft an allen Fronten um sein Image und spannt dazu auch westliche Influencer ein. Das sind Privatpersonen, die mit Videos auf Youtube oder TikTok versuchen, Meinung zu beeinflussen. Der Journalist Harald Maass hat vor ein paar Jahren undercover die üblen Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren in China aufgedeckt. Nun erklärt er, wie das Regime diese Verbrechen verharmlost (Seite 12).
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Constantin Wißmannist Redakteur bei Publik-Forum.
