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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Hommage an einen Whistleblower

von Birgit Roschy vom 26.06.2020
PFplus

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DVD. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde Frankreich von der Dreyfus-Affäre erschüttert. Doch der fälschlich des Landesverrats verurteilte jüdische Offizier Alfred Dreyfus und auch der Schriftsteller Emile Zola, der in seinem Pamphlet »J’accuse« Gerechtigkeit für ihn forderte, bekommen in diesem Film nur Nebenrollen. Das Historiendrama von Roman Polanski erweist sich dagegen als Hommage an einen »Whistleblower«, den späteren Hauptentlastungszeugen Major Marie-Georges Picquart. Nachdem der Fall mit Dreyfus’ Verbannung auf die Teufelsinsel erledigt scheint, bekommt Picquart die Leitung des Nachrichtendienstes übertragen. Dort stößt er zufällig auf Manipulationen, die nur einen Schluss zulassen: Dreyfus ist unschuldig. In einer Adaption eines Romans von Robert Harris zeigt sich hier die Nachtseite des heiteren Fin de Siècle, auch durch den ambivalenten Helden, einen erklärten Antisemiten. Doch mit der Weigerung, der vermeintlichen Staatsräson einen Unschuldigen zu opfern, legt Picquart sich mit Militär, Regierung und dem antisemitischen Mob an. Die skrupellosen Manöver der Mächtigen zur Vertuschung des Justizirrtums entwickeln eine Eigendynamik, die die Gesellschaft zerreißt. Zwar wirkt das Ehrgefühl, das Picquart befähigt, gegen den Strom zu schwimmen, fast altmodisch, doch die Bezüge zur heutigen Zeit sind unverkennbar.

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